Der Hyperraum und die Tiefe


Kommentarnummer: 1114

Heftnummer: 1990

Erschienen: 01.01.1970

Betrifft die Begriffe:

Hyperraum    Tiefe

   

Autor:

Rainer Castor

Erster Teil:

1990

Weitere Teile:

            



Wir wissen, daß die Gomrabianischen Hyperraumhügel das eigentliche Tor zum »Tiefen Tal« umgeben. Dieses ist ein schüsselförmiges Gebilde von 12.000 Kilometern Durchmesser und 6000 Kilometern Höhe, bei dem es sich um einen unsachgemäß manipulierten »Bahnhof in die Tiefe« und gleichzeitig Ausgangspunkt einer die Raum-Zeit-Struktur verzerrenden, n-dimensionalen Strahlungsquelle handelt. Wie schlagen nun die damit verbundenen hyperphysikalischen Phänomene den Bogen zur Tiefe als »interdimensionale Grenzschicht zwischen den Raum-Zeit-Kontinua des Multiversums« - in die die psionischen Felder des Moralischen Kodes, sprich die Kosmonukleotiden, in Form der »Doppelhelix« eingebettet sind? Bezogen auf die normale Wahrnehmung dominiert für uns das konventionelle Weltbild; wir erkennen die Zeitmodi von faktischer Vergangenheit, fortlaufend fließender Gegenwart und offener Zukunft und folgen linear-kausalen, lokalen Grundsätzen. Doch schon die Erweiterung in relativistische oder quantenmechanische Bereiche bringt dieses Weltbild ins wanken, und es bricht endgültig zusammen, sobald hyperphysikalische Kräfte einbezogen werden müssen. Physikalisch wird Kraft als Fähigkeit definiert, Arbeit leisten zu können.
 
Ihrem Wesen nach ist Kraft an sich aber unanschaulich - wir erkennen sie an der Wirkung, die sie bei bestimmten Voraussetzungen erzeugt. Dieses Potentielle der Kraft transzendiert bei hyperphysikalischen Phänomenen: Im n-dimensionalen Kontinuum gibt es keinen begrenzten Raum, keine Zeit, keine Materie - es ist überall gleichzeitig, immerwährend, Omnipräsenz, ein Nichts - und doch alles! Gemäß dem hyperphysikalischen Basisaxiom gilt nämlich, daß c im Hyperraum keine Konstante ist und Prozesse zeitverlustfrei ablaufen; daß die Anwendung höherdimensionaler Geometrie gilt, sprich Materie entmaterialisiert beim Übergang zum Hyperraum; und dem Hyperraum ist eine grundsätzliche Akausalität zuzuschreiben. Das Transzendentale des Hyperkontinuums ist deshalb die grundlegende Kraft, gekennzeichnet durch die Wechselwirkungen des hyperenergetischen Spektrums, und mit dem Hyperraum wird gemeinhin jenes Ewige Jetzt verbunden, in das als Teil-Kontinua die Einzeluniversen des Multiversums eingebettet sind. Bezogen auf den Gesamtkosmos leitet sich hieraus die These ab, daß alles durch unmittelbare, nicht-lokale Zusammenhänge miteinander verbunden und demnach ein unteilbares Ganzes im durchaus holistischen Sinne ist. Häufig werden die Einzeluniversen als »quallenhafte Gebilde in einer roten Emulsion« beschrieben, die sich als Kugeln, die gleich Riesenmolekülen ineinander verwoben sind, gegenseitig zu größeren Sphären ergänzen, in unendlichen Reihen angeordnet scheinen und jede - analog der buddhistischen Allegorie von Indras Netz - nicht nur das »Licht« jeder anderen, sondern auch jede Spiegelung jeder Spiegelung widerspiegeln ... Wir selbst haben es hierbei stets mit Universal-Sequenzen zu tun, die einer hyperphysikalischen Unschärferelation unterliegen; eben jene einander durchdringenden und überlagernden Parallel- und Komplementärstrukturen, die überdies verschiedene Kausalverläufe widerspiegeln können, weil uns die eigentliche Natur des Übergeordneten und seiner Teil-Kontinua verborgen bleibt.
 
Auf die Einzeluniversen bezogen, läßt sich als anschaulicher Vergleich das Modell eines Wassertropfens in der Luft heranziehen: Seine Oberfläche ist ein in verschiedener Hinsicht bemerkenswertes Gebilde, das sich in der Natur über die Tiefe von mehreren Atom- bis Moleküldurchmessern erstrecken kann. Deshalb spricht man auch von einer Phasengrenzschicht, in der sich die Eigenschaften der Materie ändern. Teilchen unterliegen hier nämlich nicht allseitig gleichmäßigen Kraftwirkungen wie im Phaseninneren der Flüssigkeit - was dort ein Minimum der potentiellen Wechselwirkungsenergie zur Folge hat -, sondern bei Phasengrenzen handelt es sich um grundsätzlich energiereichere Gebilde, wobei die Grenzschichterscheinungen das Wirken von Oberflächenkräften widerspiegeln. Die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit ist die bekannteste Auswirkung dieser Gesetzmäßigkeit. Ohne stofflich gesehen etwas anderes zu sein, ist die Phasengrenzschicht der deutlich markierte Flüssigkeitsrand. Im übertragenen Sinne kann deshalb von der raumzeitlichen »Grenze« eines Universums zur akausalen Offenheit des Hyperraums gesprochen werden. Der höhere Energiereichtum der Phasengrenze entspricht demnach der Raum-Zeit-Krümmung und vergleichbaren Effekten - und ihre geringe »Dicke« der mit der Tiefe verbundenen Tiefenkonstante von exakt 2312 Metern. Mit anderen Worten: Die Tiefe als »Raum unter dem Raum« ist genau betrachtet ebenfalls Teil des jeweiligen Teil-Universums und unterliegt im Kern raumzeitlichen Konventionen - der Unterschied ergibt sich durch die Grenzschichtstruktur. Und weil für uns beim Standarduniversum respektive den zum Standard verwobenen Sequenzen weder ein Zentrum noch ein Rand im eigentlichen Sinne definiert werden kann, ist die Tiefe als »Übergang« zum Hyperraum auch von jedem Punkt im Raum-Zeit-Kontinuum aus zugänglich - nicht zuletzt vom manipulierten Tiefen-Bahnhof in Chearth ...
 
Apropos 1990:
Am 3. Oktober endet in Deutschland die seit Ende des Zweiten Weltkriegs bestehende Spaltung, Helmut Kohl wird erster von allen Deutschen gewählter Bundeskanzler; Deutschland wird zum dritten Mal Fußballweltmeister; nach 27jähriger Haft wird der Anti-Apartheit-Kämpfer Nelson Mandela entlassen; Boris Jelzin wird Präsident des nun für souverän erklärten Rußland; es sterben: Herbert Wehner, Louis Trenker, Leonard Bernstein und Greta Garbo; Buch des Jahres ist »Das Foucaultsche Pendel«; Film des Jahres »Der mit dem Wolf tanzt«


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