Nummer: 1964 Erschienen: 13.04.1999   Kalenderwoche: 15 Seiten: 63 Innenillus: 1 Preis: 3,00 DM Preis seit 2001 in €:

Ein weißer Haluter
Der Gigant sucht nach Informationen - ein Fall für Bré Tsinga
Horst Hoffmann

Zyklus:  

30 - MATERIA - Hefte: 1950 - 1999 - Handlungszeit: August 1290 - Mai 1291 NGZ (4877 - 4878 n.Chr.) - Handlungsebene:

Großzyklus:  08 - Thoregon / Hefte: 1800 - 2199 / Zyklen: 27 - 32 / Handlungszeit: 1288 NGZ (4875 n.Chr.) - 1312 NGZ (4899 n.Chr.)
Örtlichkeiten: Solsystem   Joél            
Zeitraum: Januar 1291 NGZ
Hardcover:
Goldedition:
Leihbuch:
EAN 1: 4399124603003
EAN 2: 91964
Ausstattung:  Report Nr.303
Anmerkungen: 
Besonderheiten: 
"Seite 3"

Im großen Konflikt zwischen der Koalition Thoregon, die sich für den Frieden im Kosmos einsetzt, und dem nach wie vor mysteriösen Shabazza konnten Perry Rhodan und seine Wegbegleiter vor einiger Zeit einen gewaltigen Erfolg erzielen: Es gelang ihnen, die SOL zu erobern.
 
Damit ist das uralte Generationenraumschiff, das von Shabazzas Hilfstruppen stark verändert wurde, nach vielen hundert Jahren wieder im Besitz der Menschheit. Doch als die SOL zu ihrer ersten Reise unter neuer Besatzung auf brach, spielte das Bordgehirn SENECA falsch - niemand wußte, daß die Positronik unter Kontrolle einer sogenannten Nano-Kolonne stand.
 
Eigentlich sollte die SOL in die Galaxis Gorhoon fliegen, statt dessen kam sie in der Milchstraße an. Dort gelang es Perry Rhodan und seinen Getreuen erst nach zähen Kämpfen, die Kontrolle über das eigene Raumschiff zurückzugewinnen. Am Schwarzen Loch im Zentrum der Menschheitsgalaxis scheint sich erneut ein großer Kampf anzubahnen.
 
In der Zwischenzeit haben die Haluter die Initiative ergriffen, wenngleich eher heimlich. Auf Terra wird beispielsweise Bio Rakane aktiv. Er ist ein ganz besonderes Wesen seines uralten Volkes - denn Bio Rakane ist EIN WEISSER HALUTER…

 
Die Hauptpersonen
Gucky Der Mausbiber macht sich Sorgen um einen seiner ältesten Freunde
Icho Tolot Der Haluter schwankt zwischen verschiedenen Gefühlen
Bré Tsinga Die Kosmopsychologin ergreift eindeutig Partei
Dr. Galan Wojtyczek Der Mediker wagt ein riskantes Experiment
Julkyan Ziriamber Ein Agent des arkonidischen Kristallimperiums
Blo Rakane Ein ganz ungewöhnlicher Haluter

Allgemein
Titelbildzeichner: Ralph Voltz
Innenilluszeichner: Alfred Kelsner   
Kommentar / Computer: Rainer Castor: Medo-"Technik"
PR-Kommunikation: Das PR-Jahrbuch 1999
Statistiken: ThoreCon 1999
Witzrakete: Bernhard Schaffer: Perry intim / Ulrich Magin: PR-Fans privat (im Report)
Leserbriefe: Uwe Lammers / Bernd Müller / Joachim Kronenberger / Kai Küpper / Roger Lynch / Jürgen Nagel / Stefan Plock / Alexander Siebergs
LKSgrafik:
Leserstory:
Rezensionen:
Lexikon - Folge:                            
Glossar: Camelot    Gucky     Residor, Noviel    Rhodan, Michael    Tai Ark'Tussan    Tolot, Icho    Torric    Wojtyczek, Galan                                       
Computerecke:
Preisauschreiben:
: -

Journal

Journaldaten: Nummer: / Seite:
Journalgrafik:
Journaltitel:
Journalnews:

Clubnachrichten
Clubdaten: Nummer: / Seiten:
Clubgrafik:
Nachrichten:
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Magazine:
Fan-Romane:
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Veranstaltungen:
Sonstiges:

Report

Titelbild:


Reportdaten: Nummer: 303 - Seiten: 11
Cartoon : Rüsselmops - der Außerirdische (Folge 177) / Ulrich Magin: PR-Fans privat
Reporttitel: Report-Intro (Hubert Haensel) / Michael Thiesen: Irrfahrt durch die Unendlichkeit - Die Geschichte des Raumschiffs SOL Teil 6 / Dr.Robert Hector: Der Geist der Maschine
Reportgrafik: Hans Knößlsdorfer: Blue Eyes
Reportfanzines:

Reportriss:


Reportclubnachrichten:
Reportnews:
Reportvorschau: Verlagspublikationen Mai 1999
Reportriss: Gregor Paulmann : Galaktische Technologie - Antigravschacht Teil 1

Innenillustrationen

Mimas - Gucky und Icho Tolot
Zeichner:  Alfred Kelsner  
Seite:29
© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt


Gucky zählte jede diese Sekunden mit, lautlos, aber seine Lippen bewegten sich. Icho Tolot legte die Hand seines rechten Handlungsarms auf seine Schulter, um ihn seine Verbundenheit spüren zu lassen.
»Null!« zählte die Automatenstimme.
Und dann begann das Entsetzliche.


Zeichner:  
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Inhaltsangabe

Solsystem, Mimas: Gucky und Icho Tolot stehen vor einer schweren Entscheidung. Michael Rhodan, der noch immer im künstlichen Tiefschlaf liegt, konnte bisher nicht von den fast 3,5 Millionen Fragmenten befreit werden, die ursprünglich Shabazzas Manipulationschip bildeten und noch immer in seinem Körper kreisen. Einem unbekannten Programm folgend, stellen die Fragmente in Michael Rhodans Körper eine große Gefahr dar. Nach Aussage der Mediker auf Mimas gibt es derzeit nur eine einzige Hoffnung, die zum Teil aus organischen Komponenten bestehenden Splitter abzutöten - eine harte und radikale Strahlentherapie. Michael Rhodan, der wegen seines Zellaktivators eine höhere Widerstandskraft gegen radioaktive Strahlung besitzt als ein normaler Terraner, besitzt eine gute Chance die Prozedur zu überstehen. Das Risiko abwägend, entschließen sich Gucky und Icho Tolot dem Plan der Mediziner zuzustimmen, wohl wissend, daß die Behandlung für Michael Rhodan schädlich sein kann.
 
Auf Terra spielen sich parallel andere Dinge ab. Julkyan Ziriamber, Arkonide und Agent des Kristallimperiums, hat es unter Tarnung geschafft, unbemerkt auf Terra zu landen. Ziriamber interessiert sich hauptsächlich für die Vorgänge im Nonggo-Museum Janir Gombon Alkyetto. Mit seiner Ausrüstung ist der Arkonide in der Lage, Janir Gombon Alkyetto auszuspähen und sogar in das Gebäude einzudringen. Ziriamber interessiert sich auch für die Mission des weißen Haluters Blo Rakane, der sich dem im Museum lebenden Nonggo Genhered angeschlossen hat. Wie Ziriamber durch seinen unbemerkten Lauschangriff erfährt, geht es dem Haluter offensichtlich um Informationen, die mit der Galaxis Chearth und den Guan a Var zu tun haben.
 
Blo Rakane war kein Unbekannter für Ziriamber. Schon vor Wochen sind überraschend einige Haluter im Arkon-System aufgetaucht und haben den Flottentender SHE'HUAN erstanden, den bis dato größten je von Arkoniden erbauten Tender. Aus Kostengründen wurde der Betrieb des Schiffes vom Kristallimperium eingestellt. Maßgeblich am Kauf des Tenders beteiligt war der weiße Haluter Blo Rakane, der jetzt auf Terra erschienen war um nach Informationen zu suchen. Ziriamber zog sofort die Verbindung zwischen Chearth und den Sonnenwürmern und dem Kauf des Tenders.
 
Aber nicht nur das Kristallimperium wird auf die Aktivitäten des Haluters aufmerksam, auch der Terranische Liga Dienst beginnt mit Nachforschungen. Noviel Residor entsendet einige TLD-Agenten nach Janir Gombon Alkyetto um der Sache auf den Grund zu gehen. Alle offiziellen Anfragen der LFT bei den Halutern sind bisher unbeantwortet geblieben. Die Gruppe des TLD wird von Pirrus Anphang geleitet, einem 48 jährigen Terraner. Wie der Arkonide Ziriamber, bewegen sich die Terraner mit Deflektorschirmen durch das Museum und belauschen die Aktivitäten des Haluters und des Nonggos. Durch Zufall entdecken die TLD Agenten dabei auch den Arkoniden Ziriamber. Als sich Ziriamber aus dem Museum zurückzieht, nehmen 2 TLD Agenten die Verfolgung auf, verlieren den Agenten jedoch, als sich dieser mit einem Transmitter absetzt.
 
Auf Bitten Noviel Residors kehrt Bre Tsinga nach Terra und Janir Gombon Alkyetto zurück, um vielleicht mehr Informationen zu erhalten. Offen und direkt geht sie auf Blo Rakane zu und erkundigt sich nach seiner Mission. Bre Tsinga erfährt schließlich, das es das Ziel der Haluter ist, eine Hilfsexpedition nach Chearth zu starten. Blo Rakane eröffnet ihr weiter, das die Haluter die Agenda Thoregons unterstützen und es als schweren Fehler werten, das sich die großen Völker der Galaxis jeder Hilfeleistung verweigern. Mitten in die Unterhaltung der 3 fallen in einem Nachbarraum Schüsse. Es kommt zum Kampf zwischen den TLD-Agenten und dem Arkoniden Julkyan Ziriamber. Durch den Schußwechsel werden Einrichtungen des Museums beschädigt und Blo Rakane sieht sich gezwungen einzugreifen. Bei dieser Aktion wird der Haluter durch einen Strahlschuß verletzt, was bedeutet, daß er nicht die Fähigkeit zur Strukturverhärtung besitzt. Es gelingt ihm jedoch den Kampf zu stoppen und den arkonidischen Spion zu überwältigen. Mit dem Arkoniden in Verwahrung, ziehen sich die TLD Agenten aus dem Museum zurück und erstatten Bericht im TLD Hauptquartier.
 
Mimas: Die Vorbereitungen zur Behandlung Michael Rhodans sind abgeschlossen. Als Michael Rhodan aus dem Tiefschlaf geweckt wird, beginnt er sofort verwirrt zu phantasieren. Er glaubt noch immer Torric zu sein, der im Dienst von Jii'Nevever steht. Die Bestrahlung erweist sich als große Belastung für den Terraner und führt trotz einer vorübergehenden Schwächung der Chipfragmente nicht zum erhofften Erfolg. Erst eine zweite, um ein vielfaches stärkere Bestrahlung, zeigt erste Erfolge. Der Körper Michael Rhodans ist zwar schwer geschädigt - es besteht jedoch Grund zur Annahme, das der Zellaktivator das abgestorbene Gewebe wieder "reparieren" kann.
 
Kurz bevor Blo Rakane das Solsystem wieder verläßt, erscheint Bre Tsinga bei Gucky und Icho Tolot. Sie gesteht, das ihr die offizielle Politik der LFT mißfällt und sie sich Blo Rakane anschließen möchte. Zu diesem Zeitpunkt hat Bre Tsinga über die Mission des weißen Haluters bereits die richtigen Schlüsse gezogen. Gucky teleportiert mit ihr in Blo Rakanes Schiff und setzt sie als blinden Passagier ab. Nach dem Start zeigt sie sich dem Haluter, der scheinbar wenig überrascht ist. Blo Rakane beantwortet ihr bereitwillig einige Fragen zu seiner Person und lädt Bre Tsinga ein, sich ihm anzuschließen. Blo Rakanes Schiff nimmt Kurs auf ein kleines System nahe Halut. Ein völlig überraschendes Bild eröffnet sich Bre Tsinga. Tausende Haluter arbeiten auf einer gigantischen, kosmischen Baustelle an einem 4800 Meter durchmessenden Kugelschiff! Es ist die ehemalige SHE'HUAN, die von den Halutern für eine intergalaktische Reise umgebaut wird. Auch ohne weitere Informationen von Blo Rakane ist Bre Tsinga sofort klar: Es geht nach Chearth!

 
Rezension

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Inhaltsangabe 2

Auf Mimas kämpfen die Mediziner um Professor Dr. Galan Wojtyczek um die Gesundheit von Michael Rhodan. Tatenlos müssen Icho Tolot und Gucky dem zusehen. Die Wissenschaftler kommen zu der Erkenntnis, dass die organische Substanz der Chip-Partikel nur durch Radioaktivität beseitigt werden kann. Und zwar in einer solchen Intensität, dass ein normaler Mensch getötet würde. Dieser Eingriff soll mit psionischer Strahlung verstärkt werden, ebenso durch fein dosierte Vibratorstrahlung.
 
Einen Tag später, am 4. Januar 1291 NGZ, dringt der arkonidische Agent July da Rivaron, geschützt durch einen Deflektor, in das Nonggo-Museum ein. Er hat den Auftrag, den Haluter Blo Rakane zu observieren, auf dem die Tu-Ra-Cel schon vor Wochen aufmerksam wurde. Der weiße Haluter erwarb nämlich mit weiteren Halutern vom Kristallimperium den ausgedienten 4800 Meter durchmessenden Flottentender SHE'HUAN, was auf Arkon als verdächtig eingestuft wurde.
 
Der erste Vorstoß in das Museum wird von da Rivaron abgebrochen, denn sein Schutzanzug gerät mit dem Meso-Neuron in Konflikt, und sein Eindringen droht, offenkundig zu werden.
 
Am nächsten Tag werden drei TLD-Agenten unter Pirrus Anphang auf den Arkoniden aufmerksam. Sie sind von Noviel Residor auf den Haluter angesetzt worden. Während Hennes Weiß in da Rivarons Nähe bleibt, suchen Anphang und seine Kollegin Arphra Orpheus, die er liebt, den Ort, wo der Arkonide untergekommen ist. Sie eruieren innerhalb von zwei Tagen das Sagittarius-Hotel in Kalkutta.
 
Gucky und Tolot stimmen zu, und der erste Eingriff erfolgt am 6. Januar. Doch als Mike droht, ins Koma zu stürzen, wird die Aktion unterbrochen. Immerhin beträgt die Suggestivstrahlung nur noch 20 Prozent und steigt innerhalb einer Stunde nur mehr auf 60 Prozent.
 
Am folgenden Tag wird der Wert durch eine zweite Bestrahlung auf 10 Prozent reduziert. Angesichts der Qualen des jungen Rhodan, verweigert Gucky eine weitere Bestrahlung. Diese erfolgt aber doch, und Tolot unterbricht sie gewaltsam. Immerhin ist keine psionische Strahlung mehr auszumachen, und Wojtyczek hofft, dass die Reste des Chips durch speziell programmierte Antikörper beseitigt werden.
 
Bré Tsinga ist seit kurzem aus dem Arkon-System zurück und besucht am 7. Januar ganz offiziell den Haluter und den Nonggo Genhered Zensch Meved. Rakane gibt zu, nach Informationen über die Guan a Var zu suchen.
 
In dem Hotel wird Orpheus von Sicherheitseinrichtungen, die der Arkonide installiert hat, getötet. Anphang und zwei neue Agenten stoßen wieder zu Weiß und wollen Ziriamber, wie der Kodename des Arkoniden lautet, verhaften. Dabei kommt es zu einem von Anphang provozierten Feuergefecht, und ein weiterer Agent wird getötet. Außerdem werden wichtige Einrichtungen des Museums zerstört. Ziriamber wird letztlich verhaftet.
 
Auch Rakane wird verletzt und zeigt damit, dass er sich nicht nur durch seine weiße Haut von anderen Halutern unterscheidet. Sein Körper ist keine halutertypische Kampfmaschine, unterliegt dementsprechend auch keiner Drangwäsche. Statt eines roten Schutzanzugs trägt Rakane eine blaue Kombination.
 
Tsinga ist entsetzt über das Vorgehen des TLD und enttäuscht über die Tatenlosigkeit der LFT im Hinblick auf die Geschehnisse in Chearth. Sie will sich dem weißen Haluter anschließen und bittet den Ilt um Hilfe. Gucky teleportiert sie am 10. Januar heimlich auf die ZHAURITTER, das Schiff Rakanes. Dieser hat sich derweil erholt und ist bereit, Tsinga mitzunehmen. Rakane hat auch genug Informationen gesammelt und verlässt darum das Solsystem.
 
Auch Tolot und Gucky kehren mit ihrer Space-Jet nach Camelot zurück, weil dort die SOL aufgetaucht sein soll. Mike bleibt als Rekonvaleszent in der Kutami-Klinik zurück. Inwieweit er der Alte sein wird, muss abgewartet werden.
 
In einer Entfernung von 73 Lichtjahren zu Haluta steht das Joél-System. Dort sind zahlreiche Haluter damit beschäftigt, die SHE'HUAN umzubauen und mit modernster halutischer Technik auszurüsten. Tsinga vermutet, das die Haluter nach Chearth fliegen wollen, doch dazu schweigt Rakane.

Perrypedia


Kommentar / Computer

Medo-"Technik"

Mag sein, daß hochgezüchtete Apparatemedizin mitunter überhandnimmt und den Patienten auf einen mechanistischen Organkomplex auf der Basis genetischer Strukturen einzuschränken versucht. Sogar im 13. Jahrhundert NGZ ist eine solche Sicht nicht völlig ad acta gelegt, trotz oder gerade wegen vieler Erkenntnisse psychischer, psychosomatischer und paranormaler Natur, einschließlich jener Dinge, die auf die Cappins zurückgehen und mit Begriffen wie ÜBSEF-Konstante nicht sonderlich anschaulich umschrieben werden. Zu berücksichtigen ist nämlich, daß die »Macht des Konservativen« keineswegs unterschätzt werden darf: Immerhin hat der Einsatz genchirurgischer Eingriffe, gentechnologisch hergestellter Medikamente und des ganzen Spektrums hochwertiger Geräte - vom Kryo-Tank über Cyborg-Ersatzteile bis zu Nano-Maschinen - unbestreitbar Erfolge vorzuweisen. Was will also der konservative Mediziner mehr? Nach dem uralten Grundsatz, daß der, der hilft und heilt, recht hat - und sei die Methode noch so umstritten -, zeigt sich hier einmal mehr die Kraft des Faktischen.
 
Natürlich gibt es in einer pluralistischen Gesellschaft wie der der Liga Freier Terraner viele »Schulen«, auch und nicht zuletzt auf dem Gebiet der Medizin. Medo-»Technik« ist hierbei nur eine, und ein guter Medo-»Spezialist« demnach eher ein Generalist im Sinne des guten alten Allgemeinmediziners und Hausarztes. Er weiß auf den Patienten, seine Krankheit, die Vorgeschichte, das Umfeld und die damit verbundenen Randbedingungen - mit anderen Worten: das Ganzheitliche, die Verknüpfung von Körper, Geist und Umgebung - einzugehen und versucht daraus die individuelle, genau auf den Einzelpatienten abgestimmte Behandlung ableiten, einschließlich einer Stärkung der Selbstheilungskräfte. Letzteres ist im 13. Jahrhundert NGZ, in Verbindung mit Vorsorge und Prophylaxe, ein nicht zu vernachlässigender Faktor: Was der Patient quasi »selbst regeln« kann, bedarf keines Eingriffes von außen, wie immer der letztlich aussehen mag. Die unbestrittene Heilwirkung von »Scheinmedikamenten« - im 20. Jahrhundert alter Zeitrechnung noch gerne mit dem etwas abfälligen Begriff »Placebo-Effekt« umschrieben - spielt deshalb eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn hier gilt ebenfalls: Wer (oder was) heilt, hat recht! Zwar konkurrieren die verschiedenen Medo-Schulen miteinander und klaffen im Extrem zwischen futuristischer Intensivstation und schamanistisch angehauchter Geisterbeschwörungsstätte auseinander, unter dem Strich bestimmen aber ausschließlich die »Erfolge« darüber, ob eine dieser Medo-Schulen langfristig anerkannt wird oder rasch wieder in der Versenkung verschwindet. Zumindest auf Terra und der LFT, in ähnlicher Weise auch bei anderen galaktischen Völkern, bewegt man sich in der Tradition des hippokratischen Eids und den daraus abgeleiteten Grundsätzen: »Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit des Patienten ist oberstes Gebot aller Handlungen!«
 
Dies gilt natürlich ebenso für die Ärzte der Kuntami-Klinik auf Mimas, immerhin handelt es sich bei dem Saturnmond um das Medo-Center der Terraner, das auf eine Tradition bis fast in die Anfänge des Solaren Imperiums zurückblicken kann und bestenfalls von der Hauptklinikwelt der Aras, Aralon, oder dem früheren Medo-Center der USO, Tahun, übertroffen wurde. Vor diesem Hintergrund mag die Behandlungsweise, die Michael Rhodan zuteil wird, auf den ersten Blick eher wie mittelalterliche Folterung erscheinen. Die Seelenqual, welche Gucky und Icho Tolot erleiden, bis sie sich zur Einwilligung durchringen, mehr noch beim Zusehen erfahren müssen, läßt sich mit Worten kaum ausdrücken; verbale und andere Ausrutscher muß man in dieser Ausnahmesituation mit Nachsicht betrachten. Aber es ist die einzige Methode, die Erfolg verspricht. 3,5 Millionen Mikro-Maschinen mehrschichtigen Aufbaus, aus dem Konditionierungs-Chip Shabazzas hervorgegangen, umschließen einen Kern amorph-organischer Materie, von dem Suggestivstrahlung ausgeht, deren Intensität zwar gering ist, dennoch ausreicht, Michael Rhodan zu beeinflussen. Es ist dieser Aufbau, der den Zellaktivator daran hindert, wirkungsvoll gegen das Fremde vorzugehen, das im Blut zirkuliert.
 
Weil niemand weiß, wie die Mikro-Maschinen bei einem Zugriff reagieren - sei es in Form von Nano-Operateuren oder Blutwäschen -, bleibt als einziger Ausweg, nachdem festgestellt wird, daß die Mikro-Maschinen unter anderem für radioaktive Strahlung durchlässig sind, die im Roman beschriebene Brachialmethode. Mit ihr verbindet sich die Hoffnung, daß die organischen Kerne als Hauptgefahrenquelle auszuschalten und die anorganischen Hüllen dann harmlos sind, so daß Michael Rhodans Organismus sie mit Hilfe von außen »programmierter« körpereigener Antikörper - in einem zweiten Schritt - umschließen und möglichst rasch ausscheiden kann. Leider erweisen sich die organischen Kerne als verdammt resistent - sie regenerieren sich sogar! -, so daß die Strahldosis bis zu einem Wert hochgefahren werden muß, der sogar an die Leistungsgrenze des Regenerationsvermögens eines Zellaktivators geht. Es ist letztlich eine sehr, sehr knappe Angelegenheit, und ob nach entsprechender Rekonvaleszenzphase Michael wieder »ganz der Alte« sein wird, kann zur Zeit niemand beantworten ...
 
Apropos 1964:
In der US-Hitparade kommt es zu einem vorher noch nie beobachteten Phänomen - fünf Titel der Beatles belegen die ersten fünf Plätze; mit dem 42 Meter hohen Riesenglobus »Unisphere« als Wahrzeichen wird die Weltausstellung in New York eröffnet; parallel zu den Bauarbeiten des Assuan-Staudamms wird die Rettung des Abu-Simbel-Tempels forciert; der »Tonking-Zwischenfall« führt zum Eintritt der USA in den Vietnam-Krieg; China zündet seine erste Atombombe

Rainer Castor

   
NATHAN

 

    
Vorschau

In der Menschheitsgalaxis herrscht offensichtlich ein ganz merkwürdiges Spanrtungsverhältnis: Große Entwicklungen dürften sich demnächst anbahnen, doch niemand in der Milchstraße kann diese exakt Voraussagen.
 
Die Existenz der Kosmischen Fabrik MATERIA im Schwarzen Loch des Milchstraßenzentrums gehört ebenso zu den unbekannten Faktoren für die nähere Zukunft wie das merkwürdige Verhalten der Haluter.
 
Wie es in der Milchstraße weitergeht, schildert deshalb Robert Feldhoff in seinem PERRY RHODAN-Roman, der in der nächsten Woche mit folgendem Titel erscheint:
 
MISSION DES BOTEN

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