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Spezifikationen:
Volkszugehörigkeit:
Rubrik:
Volk
Unterrubrik 1:
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Erstnennung in Zyklus:
32 - Das Reich Tradom
Nennungen in Zyklus:
Eintragsdatum:
-
Letzte Änderung:
07.01.2018

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Glossar in PR-Heft:
2170
Computer / Kommentar:
2171              
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Encyclopädia Terrania:
Tonkihn
Alias
Tonkihn

Beschreibung - Autor: PR-Redaktion

Das in der Galaxis Tradom beheimatete Volk vom Planeten Tonk III ist von humanoider Gestalt; seine Angehörigen werden zwischen 1,65 und 2,10 Meter groß. Mit fünf Fingern und fünf Zehen sind sie menschenähnlich, die blauvioletten Nägel bilden aber einen starken Unterschied. Tonkihn besitzen keine Körperbehaarung, ihre Hautfarbe ist ein zartes Beigebraun.
 
Der Schädel ist oben stark ausladend gewölbt und von rautierten Plättchen aus einer hellroten Knorpelmasse fingerdick überzogen. Das vergleichsweise kleine Gesicht umfasst nur den schmalen unteren Bereich des ausgeprägten »Birnenkopfes«. Seitlich befinden sich winzige Ohrmuscheln. Direkt unterhalb der Schädelvorwölbung sind drei große Augen nebeneinander platziert.
 
Die breiten, dunkelroten Lippen bestehen aus einer ähnlichen Knorpelmasse wie die auf dem Schädel. Ihre gleich bleibende Basisform wirkt auf andere Wesen als freundliches Lächeln - was den Emotio-Händlern nur recht ist. Verfügt man jedoch über Infrarotsicht, präsentieren sich die Gesichter der Tonkihn als »Dämonenfratzen«. Bevorzugt tragen die Tonkihn knöchellange Roben, die am Hals rollkragenartig abschließen. Darunter werden Overallkombination und wadenhohe Stiefel getragen.


Quellen: Glossareintrag in PR 2170
Beschreibung 2 - Autor: Perrypedia

Das Volk der Tonkihn stammte aus der Galaxie Tradom. Es war eines der drei evolutionären Nachfolger des Volkes der Qevayaan. Die anderen beiden Völker sind die Guyaam und ein unbekanntes humanoides Volk, dessen hervorstechendstes Merkmal hüftlange Haare gewesen zu sein scheinen.
 
Die Inquisition der Vernunft wurde ursprünglich von einigen Tonkihn gegründet. Vor etwa 100.000 Jahren starben sie durch ein Retrovirus aus, das die Genetiker von Kaaf in den Genpool ihrer Zivilisation eingeschleust hatten.
 
Erscheinungsbild
Die Tonkihn waren humanoid und wegen ihrer übergroßen Schädel etwa 2,20 m groß. Ihr Hautton war bläulich. Ihre Schädel ähnelten Fliegenpilzen, waren etwa 40 cm hoch und durchmaßen an der breitesten Stelle 30 cm. Sie besaßen drei Augen, die alle über der Nasenwurzel nebeneinander lagen. Ihre Lippen wirkten, als wären sie aus rotem Wachs, und waren anatomisch zu einem »Dauergrinsen« geformt.
 
Durch ihre einträglichen Berufe waren Tonkihn meist recht wohlhabend und immer fein gekleidet. Außerdem hatten manche Tonkihn sich mit vielerlei technischen Spielereien ausgestattet, die ihnen bei persönlichen Verhandlungen nutzen konnten.
 
Raumschiffe
Ihre Raumschiffe heißen Emotio-Krensen. Es handelt sich bei ihnen um weiße Scheibenschiffe von 200 m Länge, deren Oberseite wie eine Parabolschüssel geformt ist.
 
Kultur
So wie die Guyaam die Fähigkeit erhalten hatten, UHF-Phänomene zu erkennen, so besaßen die Tonkihn die Gaben der Empathie und Suggestion. Sie nutzten diese Talente, indem sie sich als »Emotiohändler« betätigten. Mittels eines hypnosuggestiven Blocks im Gehirn des Kunden konnten sie unerwünschte Gedanken für Jahre verschwinden lassen. Selbstverständlich ließen sie sich ihre Dienste teuer bezahlen. Zur »Aggressionsbewältigung« führten die Tonkihn, wo immer es nur ging, ihre Haustiere, die Chaquitten, mit sich. Diese Tiere ähnelten vom Aussehen her Labradorhunden und dienten nur dazu, dass die Tonkihn an ihnen ihre Gewalttätigkeit abreagieren konnten.
 
Geschichte
Anfänglich hatten die Tonkihn mit ihrer angeborenen Aggressivität Schwierigkeiten, sich in die harmonische Gesellschaft des Thatrixdruum einzugliedern. Dann wurden ihnen von den Genetikern von Kaaf die Chaquitten angefertigt und sie begannen ihre Talente als Emotiohändler zu nutzen.
 
In der friedlichen, zwangs-harmonischen, politisch korrekten und ultra-toleranten Völkergemeinschaft Tradoms wurden sie daraufhin zwar akzeptiert, aber über Jahrzehntausende bis zur Revolution der Inquisition der Vernunft misstrauisch beäugt.
 
Vor etwa 160.000 Jahren gründete dann eine Geheimloge der Tonkihn die Inquisition der Vernunft. Ihr Ziel sollte es sein, die Herrschaft des Lichtvolkes zu brechen und selbst die Macht zu übernehmen.
 
Die Rebellion gelang: VAIA fiel ins Koma, die Leuchter starben, die Eltanen, Anbarthi, Jaffami und viele weitere wurden ausgerottet und die Inquisition der Vernunft übernahm die politische Kontrolle über Tradom. Schon wenige Tage später schleuste ein Geheimkommando der Genetiker von Kaaf einen Retrovirus in den Genpool der Tonkihn, der sie langfristig unfruchtbar machen würde. Sie wollten eines Tages die Tonkihn beerben und selbst die Macht übernehmen.
 
So kam es dann auch. Die Tonkihn starben irgendwann einfach aus. Als die Genetiker von Kaaf aus der Festung der Inquisition die Nachricht bekamen, das letzte Mitglied der Inquisition sei tot, machten sich der Progenetiker und seine 101 Superbgenetiker sofort dorthin auf den Weg, um die Macht für sich und ihr Volk zu beanspruchen.
 
Sie kamen zu spät. Die Mitglieder der Inquisition waren kaum gestorben, als sich schon ihre acht Berater zu Herrschern aufgeschwungen hatten. Die führenden Köpfe der Genetiker von Kaaf überlebten diese Nacht der langen Messer nicht.


Quellen: PR 2170
Beschreibung 3 - Autor:


Quellen:
Beschreibung 4 - Autor:


Quellen:
Beschreibung 5 - Autor:


Quellen:

Der Lichtlose  Tonkihn
Heft: PR 2169 Innenillustration
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Verweise:








Dazugehöriger Kommentar von Rainer Castor: Die Geheimloge der Tonkihn

Etwa 14.000 Erdjahre nach der Thoregon-Gründung hat die Thatrix-Zivilisation VAIAS ihren Höhepunkt erreicht. Sternenfenster-Verbindungen existieren von Tradom aus nach Terenga (SektorTeren), Irsatur (Sektor Satur), Shath (Sektor Urnumar) und Felgar (Sektor Aglun), von Terenga aus wiederum nach Faenon (Sektor Hilval) und Khidur (Sektor Forodel). Tradom, Terelanya, Terenga und Irsatur bilden hierbei bekanntlich die HCG-87-Gruppe in rund 388 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Milchstraße (siehe PR-Kommentar 2107).
Shath entspricht der terranischen Katalogbezeichnung IC 1337, eine Spiralgalaxie vom Typ SAB mit einem Durchmesser von 140.000 Lichtjahren, 29,6 Millionen Lichtjahre von Tradom entfernt. Felgar erreicht einen Durchmesser von 150.000 Lichtjahren in 29,4 Millionen Lichtjahren Distanz von Tradom, ist vom Typ SB und auf Terra als IC 1339 bekannt. Faenon kennen die Terraner als ESO 596-G021, Typ Sb, Durchmesser 118.000 Lichtjahre, 45,1 Millionen Lichtjahre von Tradom - und Khidur (also ESO 597-G006) ist vom Typ SA, mit 200.000 Lichtjahren Durchmesser 31,5 Millionen Lichtjahre von Tradom entfernt.
 
Aul Eimanx schließlich - ESO 596-G040, rund 34,7 Millionen Lichtjahre von Tradom entfernt, eine Spiralgalaxie vom Typ SAB mit einem Durchmesser von 128.000 Lichtjahren - war vor dem Abschluss des »Vertrags von Tradom« das Aufmarschgebiet der Kosmokraten, zählt inzwischen »locker« zum »VAIA-Thoregon« und soll von VAIAS Verkünder hinsichtlich weiterer Kosmokraten-Aktivitäten beobachtet werden; nicht zuletzt, weil die Superintelligenz MYR wenige Jahrtausende nach VAIA ebenfalls ein Thoregon errichtet hat. Überall unterhalten die »lokalen« Regierungen und Herrscher beste freundschaftliche Beziehungen zu VAIA und ihrem Boten. Die Völker der Thatrix-Zivilisation verfügen durch ihre Sternenfenster über Handels- und Kulturbeziehungen zu sieben anderen Galaxien. Das Reich der Güte besteht allerdings keineswegs nur aus Güte und Glück allein, sondern Reibereien entstehen immer wieder an allen Ecken und Enden. Oder, wie Ijotha Hyndalin es formulierte. blühen und gedeihen solche mehr oder weniger geheimen Gesellschaften. Mit wunderbar dummen Namen. der Klub der Halbtoten Romanautoren, die Goldenen Südfrüchte, die Inquisition der Vernunft, die Freunde der Frei Flottierenden Aufmerksamkeit ... Das ist ganz normal. Aber wenn diese notorischen Nörgler auch hinter unserem Rücken Gift und Galle spucken - sie würden die Thatrix als Ganzes nie ernsthaft in Frage stellen. Erstens, weil es ihnen viel zu gut geht darin. Und zweitens, weil sie sehr genau wissen, dass jegliche Form der Auflehnung keinerlei Chance auf dauerhaften Erfolg hat. (PR 2170)
 
Eine dieser Geheimlogen - die Inquisition der Vernunft-, der im Gegensatz zu den notorischen Nörglern durchaus Gewicht beizumessen ist, wurde von den Tonkihn ins Leben gerufen. Unbestätigten Gerüchten zufolge stammen die Wesen wie auch das Lichtvolk von jenem Volk ab, aus dessen Vergeistigung VAIA hervorging. Extrem fähig, sind sie aber anders als die Vaianischen Ingenieure eher mit «Sozialkompetenzen« ausgestattet, mit suggestiven und empathischen Gaben sowie einem Hang zu ungehemmter Grausamkeit, den sie jedoch in der Thatrix-Zivilisation nicht ausleben können. Stattdessen halten sie sich die von den Genetikern von Kaaf gezüchteten Chaquitte, die allein dem Ausleben von Aggressionen dienen - extrem widerstandsfähige, bernhardinergroße Hundewesen ohne eigene Aggressivität, aber mit serviler Leidensfähigkeit. Die Emotio-Händler sind nirgendwo in Tradom wirklich beliebt, über ihre Geschäfte weiß man wenig, nur, dass sie stets treue Mitglieder der Thatrix-Zivilisation waren. Bei wirklich wichtigen emotionalen Problemen, sei es die Trauer um einen geliebten Verstorbenen, der Zorn über eine verpasste Gelegenheit, die Angst vor dem eigenen Tod und dergleichen, kann ein Tonkihn helfen. Gegen Kredits erzeugt der Suggestor einen posthypnotischen Block, der exakt den Anforderungen des Kunden entspricht und im Allgemeinen über Jahre hinweg hält.
 
Die Geheimlogen-Bezeichnung »Inquisition der Vernunft«, zusammengesetzt aus Inquisition-lateinisch. »(gerichtliche) Untersuchung« (im engeren Sinne das Gericht der katholischen Kirche gegen Ketzer, im übertragenen Sinne ein »strenges, grausames Verhör«) - und Vernunft, ergibt sich bei genauerer Betrachtung recht schlüssig aus der Kombination der Fähigkeiten und dem Hang zur Grausamkeit. Die empathische Fähigkeit, die Probleme anderer Wesen zu erkennen und durch Suggestion per posthypnotischen Block zu »beseitigen«, kommt dem perfekt entgegen. Quasi »inquisitorisch« werden die Emotionen und die davon beeinflusste Vernunft anderer erforscht und sich durchaus an ihnen geweidet, während die nachfolgende Beeinflussung in jeder Hinsicht einen tief gehenden Eingriff darstellt, der nur mit einem Gutteil Härte und Grausamkeit durchgeführt werden kann. Dass sich für die Klienten unter dem Strich eine Lösung ihres Problems ergibt, ist für die Emotio-Händler hierbei eher von sekundärer Bedeutung. Im übertragenen Sinne kann das Blatt 43 aus der Serie »Caprichos« von Francisco de Goya (1746 bis 1828) herangezogen werden, das den Titel Der Schlaf (Traum) der Vernunft gebiert Ungeheuer trägt - während Goya selbst als Kommentar schrieb. Die Phantasie, verlassen von der Vernunft, erzeugt unmögliche Ungeheuer; vereint mit ihr ist sie die Mutter-der Künste und Ursprung der Wunder. Oder, anders formuliert. Die Vernunft, die sich etwas »ausdenkt«, produziert »Monster« - gemäß Wilhelm Hennis zu Goyas Zeichnungen. Der Traum einer universellen, Projekte schmiedenden Vernunft gebiert Ungeheuer. Treffender könnte man es wohl kaum ausdrücken, wenn man bedenkt, was aus der Revolte gegen die Thatrix-Zivilisation hervorgeht. das fürchterliche Reich Tradom !

Quellen: PR-Heft Nummer 2171
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