Nummer: 2902 Erschienen: 31.03.2017   Kalenderwoche: Seiten: Innenillus: 1 Preis: DM Preis seit 2001 in €: 2,10 €

Im Sternenkerker
Als Mörder verurteilt - zur Haft in einem Gefängnis des Goldenen Reiches
Oliver Fröhlich

Zyklus:  

41 - Genesis - Hefte: 2900 - 2999 - Handlungszeit:

Großzyklus:  10 - Noch unbekannt / Hefte: 2500 - ? / Zyklen: 36 - ? / Handlungszeit: 1436 NGZ (5050 n.Chr.) - ?
Örtlichkeiten: Crystal Queen-System               
Zeitraum: 29.September bis 3.Oktober 1551 NGZ
Hardcover:
Goldedition:
Leihbuch:
EAN 1: 72902
EAN 2: 4199124602101
Ausstattung:  Stallaris Folge 57: »Der Bettler von Terrania« von Olaf Brill
Anmerkungen: 
Besonderheiten: 
"Seite 3"

Wir schreiben das Jahr 1551 NGZ, gut dreitausend Jahre vom 21. Jahrhundert alter Zeitrechnung entfernt. Nach großen Umwälzungen in der Milchstraße haben sich die Verhältnisse zwischen den unterschiedlichen Sternenreichen beruhigt; im Großen und Ganzen herrscht Frieden.
 
Vor allem die von Menschen bewohnten Planeten und Monde streben eine positive Zukunft an. Tausende von Welten haben sich zur Liga Freier Galaktiker zusammengeschlossen, in der auch Wesen mitwirken, die man in früheren Jahren als »nichtmenschlich« bezeichnet hätte.
 
Trotz aller Spannungen, die nach wie vor bestehen: Rhodans Vision, die Galaxis in eine Sterneninsel ohne Kriege zu verwandeln, scheint sich langsam zu verwirklichen. Man knüpft sogar vermehrt Kontakte zu anderen Galaxien.
 
In dieser Situation bietet das Goldene Reich der Thoogondu Perry Rhodan ein Bündnis an. Beim Erstkontakt geraten allerdings Besatzungsmitglieder von Rhodans Raumschiff RAS TSCHUBAI unter Mordverdacht und landen IM STERNENKERKER ...

 
Die Hauptpersonen
Farye Sepheroa -Rhodan Rhodans Enkelin umgibt sich mit Verbrechern.
Donn Yaradua Der Metabolist schaut hinter den Schleier.
Vogel Ziellos Sie fühlen sich nicht nur als Frischfleisch unter Gefangenen.
Lua Virtanen Sie fühlen sich nicht nur als Frischfleisch unter Gefangenen.
Ben Jello Sie fühlen sich nicht nur als Frischfleisch unter Gefangenen.
Gucky Der Ilt erhält eine Sonderbehandlung.

Allgemein
Titelbildzeichner: Dirk Schulz
Innenilluszeichner: Dirk Schulz   
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Statistiken:
Witzrakete: Peter Artmann: Foto Rhodan-Wein
Leserbriefe: Klaas-Henning Haß / Norbert Wanner / Christian Jäkel / Uwe Hammerschmidt / Heinz Pritzl
Lesergrafik:
Leserstory:
Rezensionen:
Lexikon - Folge:                            
Glossar: Gondunat   Pentasphärenraumer     Thoogondu                                                           
Computerecke:
Preisauschreiben:
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Innenillustrationen


Zeichner:  Dirk Schulz  
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© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt



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Inhaltsangabe

Im Schutz des Paros-Schattenschirms folgt die BJO BREISKOLL der OONOM, einem Raumschiff der Thoogondu, mit dem Gucky, Lua Virtanen, Vogel Ziellos und Ben Jello zum Weltraumgefängnis (Scuul) ORIVAR gebracht werden. Für Farye Sepheroas Geschmack verläuft die ganze Aktion zu leicht. Die Informationen über die Gefangenen und die OONOM wurden einem unverschlüsselten Funkspruch und einem kaum gesicherten Datenpaket entnommen. Außerdem unternimmt die OONOM nur Überlichtflüge über kurze Distanzen und legt zwischendurch lange Pausen ein. Somit drängt sich die Vermutung auf, dass die Thoogondu verfolgt werden wollen. Am 30. September 1551 NGZ ist das Ziel erreicht: Ein unregelmäßig geformtes, maximal 30 Kilometer durchmessendes Konstrukt inmitten eines Asteroidengürtels, der einen 505 Lichtjahre von Thooalon entfernten Weißen Zwerg umkreist. Der Scuul wird von Geschützstellungen auf 52 rund um die Station herum angeordneten Asteroiden sowie einen bei Bedarf aktivierbaren Energieschirm geschützt. ORIVAR ist zudem vermint. Jeder gewaltsame Befreiungs- oder Ausbruchsversuch würde zur Vernichtung des gesamten Habitats führen, in dem Schätzungen zufolge um die 500.000 Individuen aus verschiedenen Völkern eingekerkert sind.
 
Die vier Gefangenen werden an den Scuul überstellt. Gucky wird sofort von den anderen getrennt und in einen Para-Neutralisator gesteckt. Jello und das Transterranerpärchen landen in einem anderen Gefängnistrakt. In ORIVAR gibt es keine offiziellen Aufseher und Verwaltungsbeamte. Die Insassen werden sich selbst überlassen. Sie haben sich in teils verfeindeten Banden oder Clans organisiert, die als Trysts bezeichnet werden. Die Lebensbedinungen sind erbärmlich. Spitzel des Geheimdienstes (Observanten) leben unerkannt im Scuul und heizen die Konflikte an, um die Gefangenen beschäftigt zu halten. Verschiedene Drogen tun ein Übriges. Die drei Menschen werden von Akzeptanten in Empfang genommen. So nennen sich alteingesessene Häftlinge, die alle Neuankömmlinge einer "Sichtung" unterziehen und danach entscheiden, was weiter mit dem "Frischfleisch" geschehen soll. Alle persönlichen Besitztümer außer der sackartigen Gefängniskleidung werden den Neuankömmlingen abgenommen. Sie werden verprügelt, isoliert und beobachtet. Der Thoogondu Raagnul hat die Neuankömmlinge im Verdacht, Observanten zu sein. Ein Arenakampf, der in wenigen Tagen stattfinden wird, soll die letzte Runde der Sichtung sein. Jello verkraftet diese Behandlung nicht gut. Zudem leidet er unter Schuldgefühlen. Lua und Vogel können nicht viel tun. Lua setzt die tt-Progenitoren ein, um mehr über das Gefängnis herauszufinden.
 
Eine Korvette der BJO BREISKOLL unternimmt einen Scheinangriff. Zehn unbemannte Space-Jets, die so modifiziert wurden, dass sie nicht als terranische Einheiten erkennbar sind, werden geopfert. Auf diese Weise werden Daten über die Verteidigungseinrichtungen ORIVARS gesammelt. Außerdem soll der Eindruck erweckt werden, eine dritte Partei sei aktiv geworden. Am 1. Oktober fliegen Farye und ein fünfköpfiges Einsatzteam mit der getarnten LAURIN I zum Scuul. Zu Faryes Team gehört der Metabolist Donn Yaradua. Mit seiner Parafähigkeit kann er die biochemischen Prozesse von Lebewesen manipulieren. Er kann die Selbstheilungskräfte einer anderen Person beschleunigen oder Müdigkeit, Hunger, Angst und andere Gefühle auslösen. Zunächst werden die Örtlichkeiten erkundet. Mit der Mimikry-Funktion ihrer SERUNS verwandeln sich die Galaktiker in Thoogondu. Sie beobachten einen Streit, bei dem ein Mann namens Basiir schwer verwundet wird. Ein gewisser Shassonart, der eine Sonderstellung unter den Gefangenen einnimmt, wird erwähnt. Yaradua setzt seine Gabe ein, um Basiir zu retten. So kommen die Galaktiker in Kontakt mit Shassonart, dem sie (unterstützt durch Yaraduas Parafähigkeit) einreden, er solle befreit werden und ihr Auftraggeber wolle die vier Neuankömmlinge bestrafen. Shassonart will das Gefängnis nicht verlassen. Er hält seine Bestrafung für gerecht, denn er hat seine eigene Familie ermordet. Außerdem genießt er im Gefängnis großen Respekt. Shassonart kann den Galaktikern aber sagen, was mit den Neuankömmlingen geschehen ist und noch geschehen soll.
 
Am 3. Oktober findet der Arenakampf statt. Als erfahrener Dagor-Kämpfer kann Vogel seinen Gegner problemlos besiegen. Da wird er von einem anderen Thoogondu attackiert. Dieser gibt sich als Mitglied von Faryes Team zu erkennen. Seine Attacke löst eine Massenschlägerei aus. Die Galaktiker entkommen im Durcheinander. Auch Basiir nutzt das Chaos. Er ist in Wahrheit ein Observant, dem der von Shassonart ausgeübte stabilisierende Einfluss ein Dorn im Auge ist. Basiir sticht Shassonart nieder. Für Basiir steht fest, dass er sein Leben einem Parabegabten zu verdanken hat. Der Observant setzt seine Kollegen im Scuul hiervon in Kenntnis. Alle machen nun Jagd auf Faryes Gruppe. Perry Rhodans Enkelin hat inzwischen den Ort erreicht, an dem Gucky festgehalten wird. Der Ilt wird befreit, erholt sich aber nur langsam. Gucky und Yaradua finden heraus, dass Shassonarts Gehirn manipuliert wurde. Es gelingt Yaradua, die verödeten Hirnbereiche zu heilen. Es zeigt sich, dass Shassonarts Erinnerungen an den von ihm verübten Mord falsch sind - sie wurden ihm künstlich aufgepfropft. Shassonart stirbt, ohne zu erfahren, warum er wirklich im Scuul eingekerkert wurde.
 
Faryes Team bricht publikumswirksam aus, wobei erneut die tt-Progenitoren zum Einsatz kommen. Die Aktion sorgt für mehr Aufsehen als beabsichtigt, denn man hält die Galaktiker für Observanten, weil sie Waffen besitzen. Obendrein werden sie für Shassonarts Tod verantwortlich gemacht. Das Team wird von der LAURIN abgeholt. Gucky, Lua, Vogel und Jello bleiben zurück. Es soll so aussehen, als hätten sie nichts mit der anderen Gruppe zu tun, würden aber versuchen, mit deren Fluchtschiff zu entkommen. Als Gucky mit seinen Freunden teleportiert, feuert Basiir auf sie, wodurch Raagnul erkennt, dass Basiir ein Observant ist. Jello wird tödlich getroffen. Sobald Gucky und seine Gefährten in der Space-Jet sind, wird eine vorbereitete Holoprojektion aktiviert. Alle Beobachter sehen, wie die vier Flüchtlinge im Schutzschirm der LAURIN vergehen. Raagnul folgt Basiir in dessen Versteck, erschießt ihn und nutzt den im Quartier stehenden Transmitter.

Johannes Kreis

 
Rezension

Lesbar, aber ... Von allen denkbaren Storys, die man sich zur Vermittlung der Information hätte ausdenken können, dass im Goldenen Reich fleißig Gehirnwäsche betrieben wird, musste es das gefühlt hundertste nach Schema F ablaufende Kommandounternehmen innerhalb der letzten Monate sein? Schade, ich hatte gehofft, dieses Szenario sei erst mal ad acta gelegt. Ich glaube schon, dass sich Oliver Fröhlich viele Gedanken bei der Ausarbeitung des Weltraumknasts gemacht hat. Das Konzept eines Gefängnisses, das fast ohne Wärter auskommt, weil die Insassen nicht wissen, wann sie beobachtet werden, klingt interessant. Vielleicht wurde es von Jeremy Benthams Panopticon inspiriert? Der Schauplatz ist für mich jedoch seltsam vage geblieben. Die Frage, warum die Thoogondu die ganze Chose überhaupt angezettelt haben, ist noch offen. Ich hoffe, dass bald eine vernünftige Erklärung nachgereicht wird. Ich tippe ja immer noch darauf, dass die Gefangenen als Druckmittel hätten missbraucht werden sollen. Das geht nun nicht mehr, so dass man auf den nächsten Schritt der Thoogondu gespannt sein darf.
 
Wieder einmal ist ein typisch terranisches Husarenstückchen nur aus einem einzigen Grund erfolgreich: Offensichtlich sind die Terraner das einzige Volk im Universum, das Deflektoren kennt. So können sich Farye und ihre Begleiter von einer Art Kescher einfangen lassen, der (auch das ist schon schwer zu glauben) blind auf die Anwesenheit von Materie reagiert und diese ohne weitere Prüfung ins Innere des Gefängnisses befördert. Und das, obwohl das Gefängnis kurz zuvor, "zufällig" sofort nach der Ankunft der terranischen Gefangenen, von Schiffen angegriffen wurde, die sich zumindest nicht grundlegend von denen der Terraner unterscheiden. Die Thoogondu glauben brav a) an das Eingreifen einer dritten Macht und b) an eine Funktionsstörung des Keschers. Im Inneren des Gefängnisses fällt natürlich niemandem auf, dass da Fremde im Schutz von Deflektoren rumlaufen. Es folgen plumpe Tricks und durchsichtige Täuschungen. Trauriger Höhepunkt ist die Sache mit dem Hologramm. Es ist doch völlig irrelevant, was die Beobachter (also die Gefangenen und die Observanten) zu sehen glauben. Es muss Überwachungssysteme geben. Denen dürfte nicht verborgen bleiben, dass Gucky & Co. mitnichten in einem Energieschirm verglüht sind. Werden die Hintermänner wirklich glauben, dass die BJO BREISKOLL nichts mit den Vorgängen in und um ORIVAR zu tun hat? Wenn ja, tun sie mir leid.
 
Rhodans Vorgehensweise ist schlecht durchdacht. Zum Beispiel wurde im letzten Roman gesagt, dass die Zeugin Attina Hopkinson bei dem "Mord" anwesend war, die Tat selbst aber nicht gesehen hat. Irgendwelche Beweise oder Indizien abgesehen von Vogels und Jellos angeblicher Flucht scheint es nicht zu geben. Zugegeben, die Hintermänner hätten wahrscheinlich noch mehr "Zeugen" benennen können, aber hätte sich Perry Rhodan sofort für eine gründliche Untersuchung des Vorfalls stark gemacht, so hätte er den Angeklagten sicherlich die Inhaftierung auf Thooalon ersparen können und dann wäre Gucky nicht in die Parafalle getappt. Aber nein, Rhodan beschränkt sich auf eine Art Lügendetektortest in der RAS TSCHUBAI und überlässt die Delinquenten dann gleich wieder den Thoogondu, von deren Unehrlichkeit er im Grunde seines Herzens überzeugt ist. Welche Schritte haben die Behörden des Goldenen Reiches unternommen, um den Fall aufzuklären? Müssen sie den Terranern hierüber keine Rechenschaft ablegen? Warum bleibt Rhodan nicht an der Sache dran und fordert Akteneinsicht? Das ganze Handlungskonstrukt funktioniert nur, wenn Rhodan von Anfang an die jetzt gelaufene Befreiungsaktion im Kopf hatte. Da hätte er auch gleich die Karten auf den Tisch legen und mit der geballten Macht der RAS TSCHUBAI zuschlagen können. Was soll passieren? Es steht doch schon fest, dass im Goldenen Reich etwas oberfaul ist.

Johannes Kreis  01.04.2017

   
Inhaltsangabe 2


Kommentar / Computer



   
NATHAN

    
Vorschau

Gucky, Lua Virtanen und Vogel Ziellos haben nun eine Facette der Schattenseite von NGC 4622 erlebt. Farye Sepheroa-Rhodan ist es zu verdanken, dass nichts Schlimmeres geschah. Es bleibt aber die Frage offen, wie liberal und demokratisch das Goldene Reich jenseits seiner Fassade tatsächlich ist – und was es mit dem Mord auf sich hat, den Vogel angeblich begangen hat.
Kai Hirdt feiert mit Band 2903 seine Premiere in der Erstauflage. Sein PERRY RHODAN-Roman erscheint am 7. April 2017 unter folgendem Titel im Handel:
 
DER BUND DER SCHUTZGEISTER

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