Der Hyperraum und seine "Hügel"


Kommentarnummer: 1113

Heftnummer: 1989

Erschienen: 01.01.1970

Betrifft die Begriffe:

Hyperraum    

   

Autor:

Rainer Castor

Erster Teil:

1989

Weitere Teile:

            



Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß alles, was mit Hyperphysik zu tun hat, für uns an sich etwas unanschauliches ist. Unser »räumliches Vorstellungsvermögen« hört bei der dritten Dimension auf (es soll Leute geben, die damit schon Probleme haben ...), und bereits Einsteins Union von Raum und Zeit zum vierdimensional in sich gekrümmten, unbegrenzten und doch endlichen Kontinuum überfordert uns. Denn es macht Modellbilder notwendig, die naturgemäß auf mindestens einem Bein hinken - beispielsweise der Vergleich mit der Oberfläche einer Kugel, deren Flächeninhalt zwar endlich, jedoch ohne Grenze ist. Um so gravierender wird es, wenn wir mit Dimensionen größer als vier zu tun haben - also mit einem Vektor, der sich in fünf (oder mehr) achsengerechte Komponenten zerlegen läßt ... Von Mhogena stammen die grundlegenden Informationen zu den Gomrabianischen Hyperraumhügeln, und schon aus seiner Beschreibung geht hervor, warum hier von Hügeln gesprochen wird: Es ist die optische 3-D-Simulation von hyperphysikalischen Meßergebnissen, deren Ausgangspunkt eine n-dimensionale Strahlungsquelle bildet, welche die Raumzeitstruktur des Standarduniversums verzerrt und deformiert - und in ihrer Amplitudendarstellung eben »Täler« und »Hügel« ergibt.
 
Terranische Hyperphysik verwendet ebenfalls solche Vergleiche und Modellbilder - im Kern basiert sie, trotz der Weltbild-Erweiterungen von Arno Kalup, Geoffry Abel Waringer und Payne Hamiller durch dessen neue »Algebra«, weiterhin auf der phänomenologischen Hyperphysik der Arkoniden. Von ihnen haben die Terraner das hyperphysikalische Basisaxiom übernommen, bei dem als Ausgangsbedingung die formale Darstellung eines Vektors in einem n-dimensionalen Zustandsraum dient, wie sie auch auf der Erde durch David Hilbert beim Hilbert-Raum zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zuge der Beschäftigung mit sogenannten abstrakten Räumen einerseits und aus der Untersuchung von Integralgleichungen andererseits entwickelt wurde. Ursprünglich war dies eine rein mathematische Theorie, die jedoch einen gewaltigen Aufschwung nahm, als Ende der 20er Jahre entdeckt wurde, daß sie eine bequeme Formulierung der Quantenmechanik zuließ. Zur »Vereinfachung« schränkten die Arkoniden allerdings diese Darstellung auf eine fünfdimensionale ein, weshalb bis ins 13. Jahrhundert NGZ bei dem Hyperraum meist »nur« die 5-D-Parameter Berücksichtigung finden und das hyperphysikalische Basisaxiom weiterhin gültig ist: Im Verhältnis zum vierdimensionalen Raumzeitkontinuum (Standarduniversum) ist die Struktur des Hyperkontinuums eine Singularität, d.h. die Begriffe Raum, Zeit, Materie und die mit ihnen verbundenen physikalischen Gesetze können nur bei den hyperphysikalischen Äquivalenten/Ableitungen, die ins Standarduniversum eintreten, Anwendung finden. Wie schwer wir uns damit tun, zeigt schon die Ausformulierung von Modellen und »Hilfskonstruktionen«: Quintronen als Quanten der Hyperenergie, das hyperenergetische Spektrum und so weiter sind, wie die »Hyperraumhügel«, Symbole für etwas, das in dieser Form gar nicht existiert, sondern nur der Veranschaulichung dient! Als Hauptkonsequenz ergibt sich aus dem Basisaxiom, daß die Lichtgeschwindigkeit - trotz relativistischer Auszeichnung wie jede Geschwindigkeit als der Quotient aus Weg und Zeit ein an Raum und Zeit gebundener Begriff -nicht auf den Hyperraum übertragen werden kann und sämtliche Prozesse gewöhnlich als »zeitverlustfrei ablaufend« umschrieben werden.
 
Die Arkoniden gingen demnach von einem grundsätzlich akausalen Charakter des Hyperraums aus - und die hierbei beobachteten Phänomene werden als akausales Strukturprinzip zusammengefaßt! Hier heißt es tief durchatmen, denn das Merkmal der Kausalität ist tief in uns verwurzelt - die Basiserkenntnis nämlich, daß jeder Wirkung eine Ursache vorausgeht. Das Akausale (des Hyperraums) stellt dies »auf den Kopf« und hat noch viel weitreichendere Konsequenzen: Es ist nicht nur Wirkung ohne direkt zuordbare konventionelle Ursache, das Akausale macht darüber hinaus das Unwahrscheinliche nicht nur zum Möglichen, sondern zum Faktischen. Mit anderen Worten: Wenn für ein Ereignis die Wahrscheinlichkeit besteht, realisiert zu werden - beispielsweise einmal in x-Trillionen Jahren -, bewirkt die Anwendung des akausalen Strukturprinzips, daß es geschieht, und zwar hier und jetzt. Nichts anderes wird nämlich durch angewandte Hyperphysik erreicht: Die Wahrscheinlichkeit zum Beispiel, daß ein Mensch spontan einem makroskopischen Tunneleffekt unterworfen wird und die Erde von der einen Seite zur anderen »durchtunnelt«, ist extrem gering und geschieht deshalb in der konventionellen Praxis nicht. Es ist aber nicht unmöglich - denn eine entsprechende Umsetzung ist jedem bekannt: wenn nämlich jemand einen Transmitter betritt oder ein Teleporter seinen Sprung vollführt ... Im Zusammenhang mit dem Akausalen des Hyperraums ist die Formulierung »unmöglich« ohnehin mit Vorsicht zu gebrauchen; denn gewisse Phänomene erscheinen häufig nur unter klassischen oder konventionellen physikalischen Gesichtspunkten, nicht jedoch vom hyperphysikalischen Standpunkt aus als »unmöglich«.
 
Apropos 1989:
Während in Peking die Demonstrationen auf dem »Platz des Himmlischen Friedens« in einem furchtbaren Blutbad beendet werden, kommt es in Europa zu den gewaltigsten Veränderungen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs - Ungarn öffnet die Grenzen, Václav Havel wird neuer Staatspräsident in der CSSR, Erich Honecker tritt zurück, die Berliner Mauer fällt, Nicolae Ceausescu wird hingerichtet; Steffi Graf und Boris Becker gewinnen beide in Wimbledon; es sterben: Kaiser Hirohito, Ayatollah Khomeini, Salvador Dali und Herbert von Karajan


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