Sternenfresser


Kommentarnummer: 1107

Heftnummer: 1983

Erschienen: 01.01.1970

Betrifft die Begriffe:

Guan a Var    

   

Autor:

Rainer Castor

Erster Teil:

1983

Weitere Teile:

            



Die Guan a Var sind Hyperraumwesen, die keinen Bezug zum Standarduniversum haben - jedenfalls nicht zu seiner raumzeitlich-manifestierten Struktur. Nun haben aber alle konventionellen Wechselwirkungen ihre übergeordneten Äquivalente im hyperenergetischen Spektrum; in ihrer Quantenerscheinung ganz allgemein Quintronen genannt. Und die universellen Teil-Kontinua des Multiversums sind ins Ganze und damit in »den Hyperraum« eingebettet. Demnach gibt es auch für die Sonnenwürmer ein für sie wahrnehmbares »Etwas«, das auf Hyperebene dem Standarduniversum entspricht respektive äquivalent ist. Seit langem ist beispielsweise bekannt, daß Sonnen neben ihren elektromagnetischen Emissionen solche auf übergeordnetem Niveau besitzen - sie sind ebenso Hyperstrahler, wie sie durch ihre Masse die Raumzeit krümmen und durch die in ihnen ablaufenden Fusionsprozesse Wärme, Licht und hochenergetische Quanten abstrahlen. Wird weiterhin berücksichtigt, daß aus den ins Standarduniversum eintretenden, quasi degenerierenden Hyperbarie-Quintronen Masse und Gravitation entstehen, kann mit gleicher Berechtigung gesagt werden, daß allem konventionell Manifestiertem eine Hyperkomponente zugrunde liegt. Stabile Materie in ihren Erscheinungsformen Masse und Energie gemäß E = mc2 ist im allgemeinen jedoch keine freie oder nutzbare hyperenergetische Eigenschaft zuzuschreiben - sie gleicht erstarrtem Eis mit geringem inneren Freiheitsgrad.
 
Genau wie beim Eis - das ja nichts anderes ist als gefrorenes H2O, also Wasser - läßt sich aber der »Aggregatzustand« ändern. Flüssiges Wasser mit erhöhtem Freiheitsgrad entspricht demnach einem Zustand von Materie, bei dem nicht die gesamte Menge raumzeitlich manifestiert ist, sondern ein gewisses Quantum davon in hyperenergetischer Form vorliegt. Der Übergang zum Wasserdampf heißt dann, daß die Materie komplett auf ihre Hyperbarie-Struktur zurückgeführt wird - sie »entmaterialisiert« und nimmt einen Zustand mit größtmöglichem Freiheitsgrad und höchster Symmetrie an. Umgekehrt formuliert: Bricht die Symmetrie, tritt an ihre Stelle die Ausrichtung auf Raum und Zeit im Standarduniversum. Wasserdampf entspricht in unserem Modell also dem Hyperenergetischen mit höchster Symmetrie. Das Kondensieren zu flüssigem Wasser schränkt diese Freiheit ein, die Moleküle sind durch die Wasserstoffbrückenbindungen aneinander geknüpft und es werden Raumrichtungen bevorzugt. Beim Eis schließlich ist diese Ausrichtung noch gravierender, es entstehen konkrete Strukturen - am anschaulichsten zu erkennen bei Schneeflocken und Eiskristallen -, deren innerer Spielraum weiter eingeschränkt ist. Vergleichbares wird für die Singularität der unendlichen Temperatur beim Urknall gesagt: Je höher die Temperatur, desto ungeordneter werden die Bewegungen, sprich: die Vergrößerung des Chaos. Zwar ist bei unendlicher Temperatur das größtmögliche Chaos erreicht, aber auch die höchstmögliche Symmetrie - die »Große Vereinheitlichung« aller Wechselwirkungskräfte. Sinkt die Temperatur, vermindert sich das Chaos und es können sich Strukturen bilden: Die Ordnung nimmt zu, die Symmetrie ab. Dem entspricht der Übergang von Wasserdampf über Wasser zu Eis: Die freie Drehsymmetrie der Moleküle gefriert zu der eingeschränkten von Eiskristallen, die Richtungen im Raum auszeichnen und eine Ordnungsstruktur ergeben, die vorher so nicht gegeben ist …
 
Bei den thermonuklearen Prozessen im Inneren von Sonnen mag der Anteil der hyperenergetischen Komponente nur leicht erhöht sein, in jedem Fall ist er aber größer als bei interstellarem Wasserstoff oder sonstiger Normalmaterie - und die gewaltige Gesamtmasse eines Sterns erhöht diesen Anteil proportional. Das ist es dann, was die Guan a Var erkennen: Ein »Hyper-Peak«, der in der Struktur des Hyperraums deutlich hervorsticht. Um sich von Hyperenergie ernähren zu können, reicht die normale Hyperenergieproduktion eines Sternes aber nicht aus - also wird die Fusionsreaktion von den Sonnenwürmern intensiviert und beschleunigt, und als Hyperraumwesen nutzen sie hierzu die ihnen eigenen (Hyper-)Kräfte und Möglichkeiten. Was bei ungestörtem Ablauf im Standarduniversum Milliarden Jahre in Anspruch nimmt, wird durch die Manipulation der Guan a Var zu einer Angelegenheit weniger Wochen. Die mit dem sogenannten »Wasserstoff-Brennen« verbundenen hyperenergetischen Emissionen stellen hierbei die eigentliche Nahrung dar. Das später einsetzende »Helium-Brennen« kann gewissermaßen als Nachspeise angesehen werden, die nachfolgenden Prozesse bieten offensichtlich weniger verdauliche Ergebnisse - die Guan a Var sind dann längst zum nächsten »Sonnenhappen« weitergesprungen oder haben sich zum Teilungsprozeß im Hyperraum verkapselt, während der von ihnen vergewaltigte Stern explodiert und zur Nova wird ... Nach welchen Auswahlkriterien die Sonnenwürmer ihre Mahlzeit bestimmen, bleibt rätselhaft. Von Myles Kantor stammt allerdings die These, daß hierbei vielleicht Aspekte hineinspielen, die mit dem Hyperspektrum der jeweiligen Sonnen zu tun haben, da die ausgewählten Sterne einige jener »Hyper-Resonanzen« aufweisen, die vielleicht die Entwicklung von Leben oder paranormaler Begabungen fördern.
 
Apropos 1983: Der NATO-Doppelbeschluß führt zu heftigen Protesten der Friedensbewegung; Lech Walesa erhält den Friedensnobelpreis; der »Stern« fällt auf die Fälschungen der »Hitler-Tagebücher« herein; ein südkoreanischer Jumbo-Jet wird von einem sowjetischen Abfangjäger abgeschossen; Aerobic wird auch in Deutschland zur Massenbewegung; es sterben: Louis de Funès, Hennes Weisweiler, Erik Ode und Charlie Rivel (»Akrobat schööön«); Buch des Jahres ist »Der Name der Rose«; Film des Jahres »Die unendliche Geschichte«


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