Absonderliche Gestalten


Kommentarnummer: 1095

Heftnummer: 1971

Erschienen: 01.01.1970

Betrifft die Begriffe:

Koalition Thoregon    

   

Autor:

Rainer Castor

Erster Teil:

1971

Weitere Teile:

            



Die mit der Koalition Thoregon verbundenen Zusammenhänge erschließen sich nur zögernd, und zum gegenwärtigen Zeitpunkt müssen weiterhin viele Fragen als völlig offen betrachtet werden. Gesichert scheint nur zu sein, daß die Ursprungsinitiative auf eine mysteriöse kosmische Macht zurückgeht, die sich »Rat von Thoregon« nennt. Dieser Rat residiert angeblich hinter dem sogenannten Proto-Tor der Brücke in die Unendlichkeit, welches nur von den Ratsmitgliedern selbst und den Helioten passiert werden kann. Die silbrigen Kugelwesen der Helioten wiederum fungieren als Boten des ominösen Rates, in dessen Auftrag sie nacheinander die sechs Thoregon-Völker rekrutiert haben und durch Überreichung eines Passantums die Thoregon-Boten bestellten. Als früheste Zeit der Thoregon-Aktivität gilt die Kontaktaufnahme mit den>Baolin-Nda und einigen Gestaltern vor etwa 100.000 Jahren. Aber offensichtlich geworden sind die Schwachpunkte der Thoregon-Agenda respektive die sich daraus ergebenden Fragen: Die Deutung, es handle sich hierbei mehr um Absichtserklärungen und Formulierungen, die in idealisierter Weise das letztlich anzustrebende Ziel umschreiben, macht es dem um Objektivität bemühten Beobachter keineswegs leichter.
 
Der im geheimen vorangetriebene Aufbau Thoregons sollte eigentlich im »Konstituierenden Jahr« seinen ersten (?) Höhepunkt erreichen. Wir wissen, daß sich die Angelegenheit eher als Desaster herausstellte: Die Heliotischen Bollwerke sind vernichtet, die Baolin-Nda nahezu komplett ausgerottet, viele Thoregon-Boten wurden ermordet .. Andererseits wurde mit Perry Rhodan ein Thoregon-Bote ernannt, der in der ihm eigenen Weise die Entwicklung zu forcieren versucht und Shabazza als »Hauptgegner« schon einige Schlappen zuzufügen wußte - zuletzt durch die Rückeroberung der SOL. An anderer Stelle haben die Virtuellen Schiffe die K-Faktoren in Form der Gestalter aufgenommen und sind unterwegs, um den »entscheidenden Beitrag zur Entstehung und Erhaltung des PULSES« im Kessel von DaGlausch zu leisten, während von Mhogena zu erfahren war, daß die bislang eher als »eingeschränkte« Transportmöglichkeit eingeschätzte Brücke in die Unendlichkeit sich offensichtlich als viel umfassenderes System herausstellt. Nicht nur mit Blick auf das bevorstehende Superbeben in der Doppelgalaxis DaGlausch-Salmenghest rückt eben dieser Schauplatz verstärkt ins Blickfeld: Die gleichermaßen vorhandene Unzugänglichkeit von Kessel und Proto-Tor lassen uns fragen, ob wir es hier nicht mit ein und demselben Phänomen zu tun haben könnten. Aber wer verbirgt sich hinter dem »Rat von>Thoregon«? Es sieht so aus, als mehrten sich die Anzeichen, daß uns hierbei offenbar eine ganze Reihe von Superintelligenzen gegenüberstehen!
 
Die Terraner als sechstes Thoregon-Volk leben in der Mächtigkeitsballung von ES. Schon die Überreichung der schwarzen Würfelbox mit dem Passantum legt die Vermutung nahe, daß ES etwas mit Thoregon zu tun haben dürfte, denn Thoregon und die Brücke in die Unendlichkeit sind untrennbar miteinander verknüpft. In Chearth hatten wir es mit Nisaaru zu tun, deren (dessen?) rätselhafter »Abgang« zunächst unverständlich blieb - mit Blick auf die Ankunft in Gestalt eines vielfach verschlungenen Knotens in der Thorrtimer-Korona jedoch Sinn machen könnte, immerhin treibt auf Thorrim Wechselbalg sein »Unwesen«, darin gipfelnd, daß die Flucht der Alashaner verhindert wird. Und Wechselbalg erweist sich als jene Superintelligenz, die unter anderem für die Galaxis Pantagoo und damit die Galornen »zuständig« ist. Da stellt sich die Frage, wie es mit den übrigen Thoregon-Völkern aussieht: Gibt es Superintelligenzen bei den Nonggo, den Baolin-Nda, den Gestaltern? Wenn ja, handelt es sich bei diesen dann ebenfalls um Mitglieder im »Rat von Thoregon«? Entstehung, Werdegang und Fähigkeiten von Superintelligenzen werden im Groben vom »Zwiebelschalenmodell« skizziert, im Einzelnen gibt es vielfältige Möglichkeiten - so jedenfalls die terranische Erfahrung mit der Kaiserin von Therm, BARDIOC, Seth-Apophis oder ESTARTU.
 
Als Gemeinsamkeit gilt, daß sich auf die eine oder andere Weise offenbar ein Bewußtseinskollektiv ausbildet und der »eigentliche« Aufenthaltsbereich einer SI das höhergeordnete Gefüge des Hyperraums darstellt. Um Kontakt mit »niederen Lebensformen« im kausal orientierten 4-D-Raum-Zeit-Kontinuum aufnehmen zu können, müssen sich Superintelligenzen, die ihrer Grundstruktur nach ja außerhalb von Raum und Zeit stehen, »Gestalten« bedienen, die mehr oder weniger dauerhaft im Standarduniversum manifestiert werden - und da kann es mitunter zu recht absonderlichen Phänomenen kommen. Die Terraner kennen das von der Kunstwelt Wanderer, in Chearth verhält sich Nisaaru kaum anders, und auf Thorrim machen nun die Alashaner mit Wechselbalg vergleichbare Erfahrungen: Die Stadt Sarkamanth erweist sich als Terminale Enzyklopädie, und über sie hat die Superintelligenz Zugang zu allen diesen gespeicherten Orten und Zeiten! Was diese Entitäten im einzelnen planen, läßt sich zur Zeit noch nicht abschätzen; die Ahnung allerdings, daß die Entwicklung auf einen Höhepunkt zusteuert, wird fast zur Gewißheit: Schon die Versammlung von zwei (oder mehr ...?) Superintelligenzen ist bemerkenswert - nimmt man das bevorstehende Superbeben, den unzugänglichen Kessel und die dorthin fliegenden Virtuellen Schiffe hinzu, gewinnt das Ganze beachtliche Brisanz ...
 
Apropos 1971:
Das sowjetische Raumfahrtunternehmen »Sojus 11« endet mit dem Tod der dreiköpfigen Besatzung; Louis Armstrong stirbt; bei APOLLO XV kommt erstmals ein »Mondjeep« zum Einsatz; Willy Brandt erhält den Friedensnobelpreis - und im PERRY RHODAN-Kosmos startet am 19. Juni ein gewisser Major mit der STARDUST zum Mond …


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