Nummer: 2812 Erschienen: 10.07.2015   Kalenderwoche: Seiten: 66 Innenillus: 1 Preis: DM Preis seit 2001 in €: 2,10 €

Willkommen im Tamanium!
Eine Welt, die nicht wahr sein darf - und doch Wirklichkeit ist
Andreas Eschbach

Zyklus:  

39 - Die Jenzeitigen Lande - Hefte: 2800 - 2874 - Handlungszeit: 17.11.1517 NGZ bis Januar 1519 NGZ (mit Reisen in Bereiche jenseits der Zeit sowie Abstechern in die Jahre 20.103.191 v. Chr., 99.781 v. Chr., 8050 v. Chr., 971 NGZ und 2577 NGZ) - Handlungsebene:

Großzyklus:  10 - Noch unbekannt / Hefte: 2500 - ? / Zyklen: 36 - ? / Handlungszeit: 1436 NGZ (5050 n.Chr.) - ?
Örtlichkeiten: Synchronie   Baag-System   Thiasan III         
Zeitraum: 3. bis 4.November 2577 NGZ - (23. bis 25.November 1517 NGZ ATLANC-Bordzeit)
Hardcover:
Goldedition:
Leihbuch:
EAN 1: 52812
EAN 2: 4199124602101
Ausstattung:  Report Nr.490
Anmerkungen:  Die falsche Welt Teil 1 von 4
Besonderheiten: 
"Seite 3"

Auf der Erde schreibt man das Jahr 1518 Neuer Galaktischer Zeitrechnung (NGZ). Die Menschen haben Teile der Milchstraße besiedelt, Tausende von Welten zählen sich zur Liga Freier Terraner. Man treibt Handel mit anderen Völkern der Milchstraße, es herrscht weitestgehend Frieden zwischen den Sternen.
 
Doch wirklich frei sind die Menschen nicht. Sie stehen – wie alle anderen Bewohner der Galaxis – unter der Herrschaft des Atopischen Tribunals. Die sogenannten Atopischen Richter behaupten, nur sie und ihre militärische Macht könnten den Frieden in der Milchstraße sichern.
 
Wollen Perry Rhodan und seine Gefährten gegen diese Macht vorgehen, müssen sie herausfinden, woher die Richter überhaupt kommen. Ihr Ursprung liegt in den Jenzeitigen Landen, in einer Region des Universums, über die bislang niemand etwas weiß.
 
Ein Zeitriss trennt die Freunde Rhodan und Atlan. Mit dem Fernraumschiff RAS TSCHUBAI strandet Perry Rhodan mehr als 20 Millionen Jahre in der Vergangenheit. Der Arkonide Atlan setzt die Reise in die Heimat der Atopischen Richter fort. Als Kommandant steuert er die ATLANC durch die Synchronie, doch ein neuer Zwischenfall unterbricht den Flug.
 
Die ATLANC landet in einer »falschen Welt« – dort heißt man sie WILLKOMMEN IM TAMANIUM …

 
Die Hauptpersonen
Atlan Seine Mission geht dem Arkoniden zu Herzen.
Jawna Togoya Die Posbi-Frau verspürt geometrische Erregung.
Miuna Lathom Die lemurische Agentin jagt einen Wirrkopf.
Thyan Meverdatis Der Flottenkommandant wird ausgetrickst.

Allgemein
Titelbildzeichner: Arndt Drechsler
Innenilluszeichner: Swen Papenbrock   
Kommentar / Computer: Rainer Castor: Bote der Atopen
PR-Kommunikation: Kennst du … Goszuls Planet ?
Statistiken:
Witzrakete:
Leserbriefe: Florian Richter / Jochem Döring
LKSgrafik:
Leserstory:
Rezensionen:
Lexikon - Folge:                            
Glossar:                                                                    
Computerecke:
Preisauschreiben:
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Journal

Journaldaten: Nummer: / Seite:
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Reportdaten: Nummer: 490 - Seiten: 11
Cartoon : -
Reporttitel: Rüdiger Schäfer: Report-Intro / 50 Jahre Risszeichnungen in PERRY RHODAN – Ein Treffen in Leverkusen / Das Wichtigste an einer Risszeichnung ist die grafische Wirkung! (Gespräch mit Christoph Anczykowski)
Reportgrafik: Foto: »Die Risszeichner der PR-Serie trafen sich zum Jubiläum in Leverkusen« von Rüdiger Schäfer
Reportfanzines:

Reportriss:


Reportclubnachrichten:
Reportnews:
Reportvorschau: Verlagspublikationen Juli 2015
Reportriss: Christoph Anczykowski : Die Intern-Schleusen – Terranische Hangar-Technologie (4)

Innenillustrationen

Die ATLANC durchbricht den Kristallschirm des Baagsystems
Zeichner:  Swen Papenbrock  
Seite:25
© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt



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Inhaltsangabe

Atlan ist wieder virenfrei. Dennoch fühlt er sich während des Fluges mit der ATLANC durch die Synchronie nicht wohl. Es stellt sich heraus, dass seine Erschöpfung mit der speziellen Befähigung zusammenhängt, die es ihm möglich macht, ein Richterschiff in die Jenzeitigen Lande zu führen. Das Schiff fragt alle drei Sekunden quasi nach dem Weg. Für Atlan fühlt sich das an, als würde ein eiskalter Finger sein Herz berühren. Der Prozess zehrt an seinen Kräften und er kann ihn nicht beeinflussen. Offenbar greift das ANC auf jenen Teil von Atlans Bewusstsein zu, der ihm seit dem Aufenthalt jenseits der Materiequellen nicht zugänglich ist. Auch Avan Tacrol empfindet während des Fluges ein gewisses Unbehagen, denn er hat das Gefühl, einem widernatürlichen Prozess beizuwohnen. Jawna Togoya dagegen findet die Reise "geometrisch erregend". Am 23. November 1517 NGZ Bordzeit spürt Atlan, dass etwas nicht stimmt. Das ANC wird befragt und gibt an, dem Schiff sei eine Zeitfalle gestellt worden, ein Entkommen sei unmöglich. Atlan reagiert sofort und unterbricht den Flug. Die ATLANC materialisiert im Baagsystem und wird angegriffen. Darüber hinaus wird festgestellt, dass das Schiff erneut eine Zeitreise vollführt hat. 1000 Jahre sind vergangen - man schreibt den November 2577 NGZ!
 
Die Ankunft der ATLANC wurde bereits erwartet. Seit fast tausend Jahren wird im Baagsystem das Chronohermetische Intervall gebaut, ein in den Hyperraum ausgelagertes Geflecht gigantischer Ringe aus Patronit mit an Knotenpunkten aufgesetzten fächerförmigen Objekten, dessen einziger Zweck darin besteht, das Richterschiff abzufangen. Im Jahre 2577 NGZ kommandiert Thyan Meverdatis die Wachflotte des Intervalls. Die Zeitfalle wird erst in 43 Jahren vollendet sein, kommt aber schon jetzt erstmals zum Einsatz, denn der Flug der ATLANC wurde registriert. Das Richterschiff wird aus dem Atopischen Konduktor herausgezerrt. Meverdatis erkennt das Schiff sofort (er hat es auf 1000 Jahre alten Aufnahmen gesehen) und gibt den Angriffsbefehl, um es zurückzuerobern, da Atlan die Aufforderung zur Kapitulation ignoriert. Die Wachflotte feuert mit Transformkanonen, die rasch vergängliche Schwarze Löcher projizieren und sogar den Repulsorwall der ATLANC ins Wanken bringen. Atlan wehrt sich durch Einsatz des Babylonischen Blenders, dieser ist allerdings funktionslos - die Wachflotte hatte Jahrhunderte Zeit, um sich gegen die Waffensysteme von Richterschiffen zu wappnen. Atlan fliegt ein Ablenkungsmanöver und opfert einige der mobilen Transformkanonen der ATLANC, um der Wachflotte Verluste beizubringen. Doch der Hypertaktantrieb lässt sich wegen einer Beeinflussung durch das Intervall nicht aktivieren. Daraufhin zerstört Atlan das Intervall mit speziellen Linearraumtorpedos, so genannten Boten, die auch Ziele im Hyperraum angreifen können. Mit Hilfe der Para-Pioniere Tropor und Gillipor Latta durchquert die ATLANC den Kristallschirm und bringt sich in Sicherheit.
 
Die ATLANC hat schweren Schaden genommen. Die tt-Progenitoren beginnen mit den Instandsetzungsarbeiten, aber die Tolocesten können den zur Reise durch die Synchronie unabdingbaren Trans-Chronalen Treiber nicht reparieren. Die benötigten Ersatzteile könnten allenfalls einem anderen Richterschiff entnommen werden. Bevor das in Angriff genommen werden kann, müssen Informationen über die potentielle Zukunft gesammelt werden, in der die ATLANC jetzt gestrandet ist. Atlan erfährt, dass sich die Völker der Terraner (sowie deren Abkömmlinge) und Tefroder zusammengeschlossen haben. Das Tamanium der "Neuen Lemurer" dominiert die gesamte Milchstraße mit einer gewaltigen Flotte sowie alten und neuen Sonnentransmittern. An der Spitze des Reiches steht ein Herrscher, der als Matan bezeichnet wird. Die Jülziish wurden befriedet. Die Onryonen verlassen ihre Domäne in der Southside kaum noch. Den aufgefangenen Nachrichten zufolge herrschen überall Frieden und Gerechtigkeit, doch die Realität sieht anders aus. Der Frieden des Tamaniums gleicht eher einer Totenruhe. Jawna Togoya empfängt zwei Botschaften von Thiasan III, dem Planeten eines Doppelsonnentransmitters zwischen Milchstraße und M13. Eine kommt per Richtstrahl, der ziemlich genau auf den Standort der ATLANC zielt. Darin wird der Vater des Schwarzen Mondes nach Thiasan III eingeladen. Atlan glaubt zu wissen, dass er persönlich damit gemeint ist, denn im 19. Jahrhundert alter Zeitrechnung hatte er eine Tochter namens Aieta Jagdara - und dieser Name bedeutet so viel wie "Schwarzer Mond". Am 25. November 1517 NGZ Bordzeit brechen Atlan, Jawna Togoya und Samu Battashee maskiert mit einem Beiboot der ATLANC nach Thiasan III auf.
 
Auch Miuna Lathom, eine der besten kybernetischen Agentinnen des Tamaniums, ist unterwegs nach Thiasan III. Sie reist im direkten Auftrag des Höchsterlauchten Matan mit ihrem Robotraumer VHANOSHI dorthin. Sie wurde mit allen Vollmachten ausgestattet und soll auf den Mann warten, der in die Zukunft sieht. Damit kann ihrer Meinung nach nur der Seher Ch'Daarn gemeint sein, dessen Ankunft auf Thiasan III am Quinto-Tag erwartet wird. Der Seher gilt als Störenfried im Tamanium, hat aber eine große Anhängerschaft. Sein Herold hat alle Anhänger per Funk zu einer Vasallenfahrt nach Thiasan III aufgefordert - das war die andere von Jawna Togoya empfangene Botschaft. Miuna arbeitet normalerweise allein, muss aber erkennen, dass sie diesmal Unterstützung braucht. Sie muss sich nicht selbst darum kümmern; Meverdatis wurde vom Matan beauftragt, sich mit ihr in Verbindung zu setzen.
 
Die Galaktiker sind zur selben Zeit auf Thiasan III unterwegs. Sie nehmen an den Feierlichkeiten teil und erfahren, dass die Reichweite aller Raumschiffe in der Milchstraße begrenzt ist - allerdings gilt dies nicht für die Schiffe der Neuen Lemurer. Am Quinto-Tag wird die 880 Jahre zurückliegende Befreiung der Galaxis vom Terror der Neuen USO gefeiert. Der Terrorist "Munki", so heißt es, habe nach dem vom Matan Vedris Molahud erreichten Zusammenschluss von Terranern und Lemurern noch Ärger gemacht. Am 12. November 1601 NGZ habe er Terrania mit einer 100-Megatonnen-Bombe vernichtet. Damit habe er die ganze Galaxis gegen sich aufgebracht und zu guter Letzt sei seine Organisation bei der Vernichtung Quinto-Centers ausgelöscht worden. Eine Detailinformation ist besonders brisant. Das Wort "Matan" hat sich infolge einer Lautverschiebung aus "Maghan" entwickelt. Somit könnte Vetris-Molaud gemeint sein, der relativ unsterblichen Zellaktivatorträger - oder ist Vetris-Molaud gar mit dem Atopen Matan Addaru Dannoer identisch?
 
Da erscheint Ch'Daarn. Er ist ein blinder Topsider, der von einem zehn bis zwölf Jahre alten Menschen begleitet wird. Ch'Daarn warnt vor den Lügen der sich ausbreitenden Trübnis, die die ganze Welt in die falsche Welt verwandelt. Er verkündet, ein Durchbruch der erleuchteten Welt in die Trübnis sei möglich. Dies werde auf Thiasan III beginnen. Plötzlich nimmt der blinde Seher jemanden in der Menge wahr. Er wendet sich direkt an Atlan und fordert ihn auf, Perry Rhodans Grab aufzusuchen. Wer nicht in dieser Welt lebt, so sagt er, dem werden die Begrabenen beistehen. Miunas Greiftrupps versuchen den Seher festzunehmen. Sie haben keinen Erfolg, denn er und sein jugendlicher Begleiter verschwinden von einem Moment zum anderen. Nur Miuna kann sich erklären, wie das geschehen konnte, denn sie ist eine der wenigen Personen, die noch wissen, was ein Teleporter ist. Miuna konnte sehen, wen Ch'Dhaar angesprochen hat, aber sie hat Atlan nicht erkannt. Sie lässt ihn zunächst laufen, ordnet aber die Verfolgung seines Beibootes an, als dieses startet. Meverdatis greift mit seinem Flaggschiff URDNIR an, erleidet jedoch eine weitere Schlappe. Das atopische Beiboot aktiviert den Hypertakt-Antrieb und entkommt. Miuna weiß jedoch, welches Ziel die Unbekannten haben.
 
Zurück in der ATLANC bespricht Atlan die neuen Erkenntnisse mit seinen Freunden. Avan Tacrol hat in der Zwischenzeit vergeblich versucht, eine Verbindung mit den Datenbanken Haluts herzustellen. Er meint, Halut habe sich völlig isoliert, aber Atlan ist nicht so optimistisch. Weiterhin konnte in Erfahrung gebracht werden, dass in der Milchstraße die 236-COLPCOR unterwegs ist - zumindest wurde sie zuletzt vor 300 Jahren im Apsusystem gesehen. Gerüchteweise befindet sich ein zweiter Richter namens Veirdandi, den man auch den verleugneten nennt, mit der ZEITWEIDE in der Galaxis. Für den Flug nach Lemur, wo sich Perry Rhodans Grab befindet, wird eine Space-Jet in eine unauffällige Raumyacht umgebaut. Atlan gibt ihr den Namen AIETA JAGDARA. Das ANC versieht Jawna Togoyas ÜBSEF-Konstante mit einem Attest, so dass die Trans-Chronalen Treiber anderer Richterschiffe ihr ebenso vertrauen werden, wie sie es bei Atlan tun würden.

Johannes Kreis

 
Rezension

Die Romane 2812 bis 2815 sollen etwas ganz Besonderes innerhalb der PR-Serie darstellen. Der Viererblock bildet den eigenständigen Mini-Subzyklus "Die falsche Welt". Ich habe die Vorankündigungen so verstanden, dass der Minizyklus völlig in sich abgeschlossen ist und in einer ganz eigenen Welt spielt. Irgendwie hatte ich dabei die Vorstellung, der Viererblock werde quasi komplett gekapselt sein, d.h. es handele sich um eine Geschichte, die keinerlei Berührungspunkte mit der aktuellen Handlung hat. Erst jetzt habe ich auf der offiziellen PR-Homepage gelesen, dass "Die falsche Welt" durchaus Relevanz für den aktuellen Zyklus haben soll. Somit überrascht es nicht, dass es sich bei dem Minizyklus doch nicht um eine so revolutionär neue Idee handelt wie zunächst angenommen. Ohne die Vorankündigungen wäre ich nicht einmal auf die Idee gekommen, den Viererblock als Minizyklus zu bezeichnen. Ich weiß nicht, wo hier eine Eigenständigkeit zu finden sein soll - in den vier Romanen wird einfach nur eine potentielle Zukunft geschildert. Im Grunde erleben Atlan und seine Gefährten dasselbe, was in einem Kontrafaktischen Museum des Atopischen Tribunals gezeigt wird, nur mit anderen Vorzeichen. Sie sehen, wie sich die Verhältnisse in der Milchstraße entwickeln werden, falls ihre Mission scheitern und das Tribunal bzw. Vetris-Molaud an der Macht bleiben sollte.
 
Vergleichbare Geschichten sind in der PR-Heftserie durchaus früher schon auf ähnliche Weise erzählt worden. Man denke nur an das Anti-Universum und die PAD-Seuche, beides nachzulesen im Zyklus "Das Kosmische Schachspiel" ab PR 600, oder die bereits letzte Woche erwähnte Gehirn-Odyssee aus demselben Zyklus. Diese Geschehnisse finden in einem Paralleluniversum, einer anderen Zeitlinie und einer unbekannten Galaxie statt oder haben möglicherweise gar nicht stattgefunden, denn die andere Zeitlinie wird ungeschehen gemacht und Perry hat sich die Gehirnodyssee eventuell nur eingebildet. Aber letzten Endes ist das ja alles völlig egal. Was interessiert mich die Vermarktung der Romane, wenn sie so gutes Lesefutter bieten wie "Willkommen im Tamanium!" An der Länge meiner Handlungszusammenfassungen lässt sich in der Regel erkennen, wie gut mir ein Roman gefallen hat: Je länger, desto besser. Nun, zwei DIN-A4-Seiten schreibe ich bei einem PR-Heftroman normalerweise nicht voll! Die Verhältnisse im Jahre 2577 sind höchst interessant und bieten viel Stoff zum Nachdenken. Atlan will natürlich verhindern, dass diese potentielle Zukunft wirklich eintritt. Jawna Togoya hält dem Arkoniden völlig zu Recht vor, dass er damit im Grunde genau dasselbe Ziel verfolgt wie die Atopen...
 
Beim Nachdenken über Zeitreisen in die Vergangenheit und zurück kann man sich akute Hirnverknotung zuziehen. Jetzt also auch noch eine Zeitreise in eine potentielle Zukunft, aus der Atlan sicherlich irgendwann wieder in die Handlungsgegenwart zurückkehren wird - uff! Kann Atlan jemanden aus dieser Zukunft mit in seine Gegenwart nehmen? Und was geschieht mit demjenigen, wenn Atlan den weiteren Verlauf der Geschehnisse so sehr verändert, dass es nie zu den hier geschilderten Verhältnissen des Jahres 2577 kommen kann? Was wäre davon dann noch für die Jahre nach 1518 NGZ relevant? Natürlich könnte es sein, dass Atlan in der potentiellen Zukunft Informationen über die Geschichte des Atopischen Tribunals vor 1518 NGZ gewinnt. Das könnte dann schon noch von Bedeutung sein.
 
Wenn ich mich nicht irre, werden die neuen Linearraumtorpedos (die "Boten") in diesem Roman erstmals erwähnt. Woher kommen die so plötzlich? Ist das ein Waffensystem, das schon immer zum Arsenal der ATLANC gehört hat? Das wäre aber schlecht für die Terraner, die bis jetzt geglaubt haben, sie müssten im Kampf gegen die Onryonen einfach nur den Linearraum meiden! Oder handelt es sich um eine terranische Neuentwicklung? Das würde ich gern mal wissen. Eine Erklärung liefert Eschbach uns leider nicht. Das ist aber auch schon der einzige kleine Kritikpunkt, den ich diesmal finden konnte. Na gut, die Karnevalsmaskerade hätte auch nicht sein müssen. Ansonsten gefällt mir der Roman ausnehmend gut - so gut, dass ich mich frage, warum man ihn nicht für den Beginn des Zyklus "Die Jenzeitigen Lande" genommen hat. Das wäre ein Knaller gewesen! Atlan wird aus der Synchronie geschnipst und findet sich in einer Zukunft wieder, in der das Atopische Tribunal endgültig gewonnen hat! Dieses Szenario hätte mich eine Million Mal mehr angefixt als die Zeitreise in eine Vergangenheit, in der sich Perry Rhodan mit schießwütigen Balletttänzern herumschlagen muss!

Johannes Kreis  15.07.2015

   
Inhaltsangabe 2


Kommentar / Computer

Bote der Atopen

Der relativ unsterbliche Zellaktivatorträger Julian Tifflor wurde durch die »Jahrmillionen-Wanderung« im Zeitspeer, bei der durch die Reise von Zeitkorn zu Zeitkorn die Fragmentierung des PARALOX-ARSENALS aufgehoben wurde, im Mai 1463 NGZ körperlich wie auch geistig verändert. Seither ist seine Haut mit einer Art (hyperaktivem) »Diamantstaub« bedeckt, verbunden mit einem bläulich-weißen Glitzern und Funkeln.
 
Sofern Tifflor unter Menschen ist, trinkt und isst er normal, atmet und schläft. Anders ist es dagegen, wenn er »aus dem Schatten tritt«, überwiegend bei sich ist und das Atmen und den Schlaf vergisst; wenn ihn die kristalline Haut mit Sauerstoff versorgt, mit Licht und mit den Schwingungen des Geistes, die um ihn von überall her sind. Mit Energien, die unablässig aus den höheren Räumen rieseln, und er die Wärme aufnimmt, die den ganzen Kosmos speist und die ihn birgt (PR 2811).
 
Nach der Rückkehr aus Anthuresta hatte sich Tifflor auf dem Planeten Oaghonyr in ARCHETIMS HORT aufgehalten. Für Jahre galt er als verschollen. (...) Gerüchte sprachen davon, dass er ARCHETIMS HORT betreten hatte und der Erste gewesen sei, der die »Spiralwendel komplett hochsteigen« konnte. Am oberen Ende fand er angeblich die »Essenz von ARCHETIM« ... (PR 2600) – Ich bin in ARCHETIMS HORT gewesen – in dieser Ergänzung unserer Wirklichkeit. Der HORT hat es mir für eine kurze Frist ermöglicht, einen ganz anderen Standpunkt einzunehmen. Einen Standpunkt, den man nicht einnehmen kann, ohne in diesem Augenblick selbst ein ganz anderer zu sein. (PR 2724)
 
Oder, wie Tifflor es dem Atopischen Richter Matan Addaru Jabarim gegenüber formulierte: Einmal Wanderer, immer Wanderer. (PR 2811) Dazu passt sogar in gewisser Weise, dass er der Bitte des Atopen entspricht, der ihn als seinen Boten in die Jenzeitigen Lande schicken möchte. Reisegefährt ist eine Atopische Sonde, die äußerlich in Form und Größe der 135 Meter langen Springerwalze GAUPELLAR GUZDRIN gleicht, aber aus rötlich schimmerndem Patronit besteht. Der »Autopilot« – und damit die Sonde an sich – hat, wie Matan betont, dessen »Gesicht«; eine Art Geheimidentität für Julian Tifflor in seiner neuen Funktion als Bote der Atopen.
 
Matan Addaru Jabarim ist in Sorge, vor allem wegen der Tiuphoren, deren Erscheinen – wie er im Gespräch mit Tifflor betonte – in dieser Epoche nicht dokumentiert sei. Auf Tifflors Bemerkung, Matans Vergangenheit ändere sich, weil es in dieser den Angriff der Tiuphoren nicht gegeben habe, beantwortete der Richter jedoch wie folgt: Die Vergangenheit kann sich nicht ändern. Sie ist nicht plastisch. Sie lässt sich so wenig ändern, wie sich die Zukunft voraussehen lässt. Die Zukunft hat keine Gestalt, die erhält sie erst als Vergangenheit. Das solltest du wissen. (PR 2811)
Tifflors Frage, ob die Atopie eine Gestalt habe, beantwortete Matan, sie habe etwas, das einer Gestalt nahekommt – eine Art Gedächtnis. Sie habe keine Zukunft, sondern nur eine Vergangenheit. Mehr noch: In ihrer Art ist sie Vergangenheit. (PR 2811) Tifflors Eindruck war, wie er im Gespräch mit dem Überschweren Fenckenzer betonte, Matan fürchte, »GA-yomaad könne vergessen werden«.
 
Er ist übrigens der Meinung, keine Zeitreise unternommen, sondern sich nur atopisch vergegenwärtigt zu haben. Er ist der Meinung, er sei hier und jetzt, um das Hier und Jetzt zu stabilisieren. Er ist der Meinung, das Hier und Jetzt habe diese Stabilisierung nötig, weil es hier und jetzt eine Chronogene Labilität gebe. Und er fürchtet, dass mit dem Eintritt der Tiuphoren durch den Zeitriss die Chronokohärenz mindestens von GA-yomaad gefährdet sei. Er beobachtet diese Entwicklung sehr besorgt. (PR 2811)
 
Die schadenfrohe Anmerkung des Flottenadmirals, dass den »Atopen die Vergangenheit um die Ohren« fliege, kommentierte Tifflor allerdings mit den Worten: Was ihm da um die Ohren fliegt, ist unsere Gegenwart. Unsere Welt, Fenck. Ich teile seine Sorge. Seine Entscheidung, als Bote der Atopen in die Jenzeitigen Lande zu reisen, ist laut Matan nicht mit einer Entscheidung für die Kosmokraten oder Chaotarchen verbunden. Laut Matans und der Theorie einiger anderer Atopen zufolge existieren die Kosmokraten zeitlos, aber in durchaus verschiedenen Aggregatzuständen. In diesem deinem Zeitalter sind sie manifest. In früheren Epochen existiert ein Vorschein der Kosmokraten. (PR 2811) Er stehe weder auf der Seite der Kosmokraten noch der Chaotarchen, glaube aber, die Arbeit der Kosmokraten ein wenig besser zu verstehen als die der Chaotarchen. Sie geben der Schöpfung ein Gesicht. Nicht verfeindet, sondern Gegenspieler, die einander gegenüberstehen – selten Stirn an Stirn. Meist Rücken an Rücken. (PR 2811)

Rainer Castor

   
NATHAN

 

    
Vorschau

Atlan und die Besatzung der ATLANC sind gestrandet – nicht im Raum, sondern in der Zeit. In einer Milchstraße, tausend Jahre in der Zukunft. Die Atopen haben gesiegt, Perry Rhodan ist tot, und ein lemurisches Imperium beherrscht die Galaxis.
Im Solsystem jedoch hofft Atlan, Hilfe zu finden. Die Spur führt zu den »Begrabenen« auf Terra, das nun Lemur heißt.
Auch der nächste PERRY RHODAN-Roman wurde von Andreas Eschbach geschrieben. Er erscheint als Band 2813 in einer Woche im Handel und trägt den Titel:
 
AN RHODANS GRAB

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